Offener Brief: Wieder weniger Gewerkschafter – Unterstützung für Große Koalition

– Offener Brief von Ursula Mathern–

Wieder weniger Gewerkschafter – Unterstützung für Große Koalition

Sehr geehrter Herr Hoffmann,
diversen Medien zufolge beklagen Sie den Mitgliederrückgang  auf unter 6 Mio. U. a. begründen Sie diesen mit dem hohen Alter vieler Gewerkschaftsmitglieder, Zu Recht.Denn an anderer Stelle war schon die Rede von der „Rentner-Gang“ der Gewerkschaften.


Doch Ihre gesamte Argumentationslinie wie auch die Tatsache, dass Sie eine erneute GroKo unterstützen (was als SPD-Mitglied vielleicht noch verständlich ist), zeigt m. E, dass Sie von den multiplen Krisen überhaupt nichts begriffen haben, in denen die Gesellschaften global sich befinden.
Das empfinde ich, gelinde gesagt, als erschreckend. Und es empört mich! Da kann rundherum alles vor dem Kollaps stehen, und Sie betreiben, darin natürlich den meisten BerufspolitikerINNEN ähnlich, – weiterhin Business as usual!

Ich habe das 28-seitige Ergebnispapier der Sondierungsgespräche gelesen und finde, dass es auf der ganzen Linie eine Schande ist. Es müsste auch im eigenen Interesse der SPD liegen, eine solche Politik nicht länger fortzusetzen. Sie kann dabei nämlich nur verlieren. Eine Chance hat sie m. E. nur, wenn sie sich tatsächlich, personell wie inhaltlich, grundlegend erneuert.
Die gegenwärtigen Probleme sind so immens, dass ich bezweifle, ob das Parteiensystem überhaupt geeignet ist, zu deren Lösung beizutragen.

Um mich kurz zu fassen: Ich meine, ohne radikale Neuordnung unseres global gewordenen Wirtschaftssystems werden wir nicht nur uns alle gegenseitig sondern auch unsere Lebensgrundlage, die Erde, zerstören.

Dieses System erfordert ständiges wirtschaftliches Wachstum. Während wir mit der Überproduktion uns selbst und die Erde zumüllen sowie Kriege um Ressourcen und Absatzmärkte geführt werden, fehlt andererseits einem immer größer werdenden Anteil der Weltbevölkerung – z. T. trotz Arbeit – das Allernotwendigste zum Leben. Weltweit finden Kämpfe statt für bessere Lebensbedingungen, z. T. gegen Hunger.

Die Absurdität des Ganzen zeigt sich exemplarisch darin, dass 3 % der US-Militärausgaben genügen würden, um den Hunger abzuschaffen. Diese „Ordnung“ wird mit aller Gewalt (militärisch und institutionell) aufrechterhalten, und dies allein für die Profite einiger weniger.

Ohne konsequente Arbeit für Gerechtigkeit (und zwar global), Frieden und Bewahrung der Schöpfung, wird die nächste Zeit immer barbarischer werden. Eine gute Zukunft kann es nur ohne Kapitalismus geben.

Sehr geehrter Herr Hoffmann, vermutlich gilt für die Gewerkschaften das Gleiche wie für die SPD! Ohne grundlegende inhaltliche wie auch zumindest teilweise personelle Erneuerung werden sie zunehmend irrelevant.

Begreifen Sie die dringende Notwendigkeit, sich gerade als Gewerkschaftsvorsitzender von den überkommenen gewerkschaftlichen Ping-Pong-Spielchen zu verabschieden. Suchen Sie die internationale Vernetzung, und tragen Sie mit dazu bei, dass Konzepte entwickelt und vorangetrieben werden, um aus den Miseren herauszufinden.

Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze!

Ursula Mathern


NICHT VON UNS VERFASST, ABER NATÜRLICH TROTZDEM LESENSWERT 😉

ABER ES IST ZU BEMERKEN: EINE VERÄNDERUNG DES DGB HIN ZU EINER BASISDEMOKRATISCHEN VEREINIGUNG DIE DEN MITGLIEDERN VERPFLICHTET IST BLEIBT UTOPISCH.

EINE ALTERNATIVE IST DIE FAU, DIE BASISDEMOKRATISCH IST UND BLEIBEN WIRD.

ÜBERZEUGT EUCH SELBST DAVON!


 

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