AUS DER DA – Perspektiven gewinnen: Organisierte Nachbarschaften und Föderationen Hand in Hand!

Dieser Text soll ein erster Versuch sein, der Diskussion um Kommunalismus und Nachbarschaftsräte aber auch Mieter*innengewerkschaften in Deutschland mehr Struktur zu geben.
Zielstellung libertärer Nachbarschaftsarbeit ist es, wirtschaftlichen und sozialen Selbstschutz, Gewinnung von Handlungsmacht, emanzipatorische Umstrukturierungen und Selbstorganisation in allen Bereichen zu befördern, die die Nachbarschaft berühren. Dieser Artikel folgt dabei vier Hauptthesen:


1. Die sozialen Interaktionen und Bereiche, die sich räumlich in Wohnung und Nachbarschaft abspielen, sind im Kampf gegen Armut und Perspektivlosigkeit, gegen Patriarchat und Kapitalismus mindestens ebenso relevant wie die betriebliche Sphäre.

2. Die bisherigen Ansätze libertärer Kiezgestaltung in Form von Hausprojekten, Werkstätten, Umsonstläden, Nachbarschaftsvernetzungen, Bündnissen gegen Mietpreise und Zwangsräumungen haben bis jetzt viele gute Methoden hervorgebracht, waren aber nicht ausreichend effektiv, Missstände offensiv und flächendeckend anzugehen. Sie sind bis jetzt wenig bekannt und marginal.

3. Mit der Anwendung schon bekannter verbindlicher, bundesweit föderalistischer Organisationskonzepte kann die Handlungsmacht solcher Initiativen enorm verstärkt werden.

4. Mit dem Schulterschluss zwischen Nachbarschaftsorganisationen und anderen syndikalistischen Föderationen ließen sich weitere Probleme lösen und die Frage nach einer libertären, gesellschaftlichen Gegenmacht in Deutschland völlig neu stellen. Die Handlungsmacht solcher Initiativen kann dabei enorm verbessert werden, indem wir verbindliche, bundesweit föderalistische und bereits erprobte Organisationskonzepte anwenden.

Im ersten Schritt will ich deshalb herausarbeiten, mit welchen sozialen Aspekte wir uns in der Nachbarschaft überhaupt konfrontiert sehen.

Wohnung und Kiez, soziale Kampffelder an jeder Ecke

Im Gegensatz zur Sphäre von Lohnarbeit und institutionalisierter Bildung [1] spielt sich das Leben nicht irgendwo an einer fremden Stätte ab, sondern oft bei uns zu Hause bzw. in unserem Kiez.

Das beginnt in unserer Wohnung, in der wir einen großen Teil unserer Reproduktionsarbeit leisten [2] und die Verhandlung um die Aufteilung dieser Reproduktionsarbeit stattfindet. Das geschieht heute in der Mehrzahl der Fälle immer noch nach sexistischen Rollenmustern.[3] D.h. Männer, die dank Sexismus in der Arbeitswelt im Durchschnitt die Chance auf höhere Einkommen haben, kümmern sich um den Hauptbroterwerb. Währenddessen muss die meist weibliche Partnerin den Hauptteil der Reproduktionsarbeiten besorgen, oft neben einem schlecht bezahlten Job.

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