VERANSTALTUNG: KENN DEIN RECHT IM MINIJOB

                14.06.2018
                   19 Uhr
                FAU-Lokal

Menschen im Minijob werden schlechter bezahlt, können weniger an betrieblich-beruflicher Weiterbildung teilnehmen, bekommen häufiger kein Kranken- und Urlaubsgeld als Vollzeitbeschäftigte und müssen flexibel auf Arbeitszeiten warten, ohne bezahlt zu werden. Angesichts dieser Risiken, die mit Minijobs und geringfügiger Beschäftigung einhergehen, wollen wir im direkten Austausch Interessierte und Betroffene ansprechen, die mehr über eigene Rechte als Minijobbende erfahren, ihre Erfahrungen teilen und Handlungsmöglichkeiten ausloten wollen.


Wir wollen praktische Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung
der Arbeitsbedingungen rund um den Minijob aufzuzeigen, gemeinsam
bezahlten Urlaub durchsetzen, uns gegen rechtswidrige Kündigungen zur
Wehr setzen oder ausstehenden Lohn erstreiten!

Diese Kämpfe für basale Arbeitsrechte sollen jedoch nur der erste
Schritt für eine dauerhafte Zusammenarbeit sein. Um zu zeigen wie
wichtig es ist, die eigenen Arbeitsrechte zu kennen und gemeinsam
Rechte zu erstreiten, werden wir deshalb auf erfolgreiche Beispiele
der Organisierung von Menschen im Minijob eingehen.

Seit der rechtlichen Einführung der geringfügigen Beschäftigung im
Jahr 1977 steigt die Anzahl von Menschen in Mini- (seit 2013 bis 450
€) und Midi-Jobs (bis zu 800 €) auf mehr als 7 Millionen
Erwerbstätige. Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut
(WSI) der Hans-Böckler-Stiftung errechnete, dass im Jahr 2016 mehr als
5 Millionen Beschäftigte in Deutschland ausschließlich geringfügig
beschäftigt waren und damit unterbezahlt sind. Das muss ein Ende
haben!

Wie Teilzeitarbeit, Leiharbeit, Kontrakt- und Wanderarbeit sowie
unbezahlte Praktika gilt der Minijob als „atypische“ oder prekäre
Beschäftigung, das heißt, vereinfacht gesagt, dass diese Jobs nicht
zum Leben reichen und – eigentlich – nur übergangsweise oder
zusätzlich ausgeübt werden sollen. Rechtlich begrenzt sind die
Wochenarbeitsstunden und die maximalen Verdienstmöglichkeiten. In der
Praxis werden Menschen im Minijob häufig geringer bezahlt als andere
Beschäftigte mit vergleichbaren Tätigkeiten. Durch diese systematische
Unterbezahlung werden bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen
verstärkt und wirtschaftlich untermauert. Viele Minijobbende müssen
„aufstocken“, also zusätzlich ALG II beziehen, oder sind von sonstiger
Unterstützung abhängig. Minijobs bewirken damit die Aufrechterhaltung
von Armut und Ungleichheit zwischen den lohnabhängigen Menschen.

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