[AUS DER DA] Sabotage: Gestern wie heute ein Kampfmittel


Arbeitskämpfe haben immer verschiedene Gesichter und die Mittel können recht unterschiedlich sein. Alles eine Frage der Taktik, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Ein mögliches Mittel, worüber heute scheinbar kaum diskutiert wird, ist die Sabotage

 


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In den USA erschien 1916 beim IWW Publishing Bureau in Cleveland eine kleine Broschüre über Sabotage. An einem Textilarbeiterstreik 1913 beteiligten sich rund 25.000 Arbeiter*innen 20 Wochen lang in fünf US-Staaten und begleiteten einen Prozess im Staate New Jersey gegen Frederic Sumner Boyd, der wegen Aufruf zur Sabotage mit einer langjährigen Haftstrafe zu rechnen hatte. Das Thema Sabotage geriet dabei in den Fokus der Diskussionen.

Die Autorin dieser Broschüre, die 23jährige Elizabeth Gurley Flynn, eine Aktivistin der IWW (Industrial Workers of the World), betont hier die legitime Notwenigkeit von Sabotage, die noch relativ neu war als taktisches Mittel des Arbeitskampfes. Mit Beispielen aus Frankreich, Schottland etc., die heute sicherlich etwas arg romantisch klingen, versucht sie propagandistisch, die neuen Möglichkeiten zu schildern.

Flynn (1890-1964) gilt als eine emanzipierte Frau, die – selten genug zu jener Zeit – direkt aus dem Arbeitermilieu stammt und schon früh Redetalent beweist. Sie engagiert sich bei Arbeiter*innenstreiks, für Frauenrechte und Immigrant*innen, der bekannte Folksänger Joe Hill verfasste ihr zu Ehren den Song „Rebel Girl“. Aus Sicht der US-amerikanischen, anarchistischen Bewegung ist es sicherlich bedauerlich, dass sie 1936 in die amerikanische kommunistische Partei (ACP) eintritt, deren erste nationale Vorsitzende sie 1961 wird. Sie stirbt 1964 in Moskau. Nach einem Staatsbegräbnis auf dem Roten Platz wird Flynn auf eigenen Wunsch in Chicago auf dem Waldheim Friedhof beigesetzt, wo einige ihrer Genoss*innen begraben sind – aber auch die Märtyrer vom Haymarket.

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