[Workers Memorial Day 2019] Neue Gefahren, alte Nachwirkungen, 7.500 Tote. Am Tag. Und was dagegen tun?

Anlässlich des am 28.04.2019 stattfindenden WORKER´s MEMORIAL DAY, welcher alljährlich die Menschen in den Mittelpunkt rückt, die aufgrund ihrer Arbeit verstümmelt, vergiftet, erkranken oder getötet werden, weisen wir hiermit auf Artikel zum Thema auf der Seite www.labournet.de/  hin.
Vorangestellt vielleicht noch die Frage: Was machen wir mit Arbeit die uns krank macht oder sogar tötet? Abschaffen, radikal umdenken, Arbeit von der Existenzwahrung entkoppeln…


…vielleicht auch als Vegetarier oder Veganer die heilige Kuh „ARBEIT“ schlachten!?!
Das alles geht aber nur wenn wir uns als Lohnabhängige verstehen die sich bewusst machen, dass sie die gleichen Interessen an einer „anderen“ Arbeitswelt haben wie  Bergarbeiter*innen in Myanmar, Beschäftigte giftiger Sojaplantagen in Brasilien oder Paketbot*innen in Deutschland. Diese Interessen sind den Kapitaleigner*innen diametral entgegengesetzt!
Aus diesen Zirkus aussteigen können wir nur gemeinsam. Deine freundliche Basisgewerkschaft aus der Nachbarschaft bietet gerne Möglichkeit erster Kontaktaufnahmen und Selbstorganisierung.
Jetzt aber weiter mit den angekündigten Artikeln:

„Es sind offizielle Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO): Täglich sterben 6.500 Menschen an Berufskrankheiten und 1.000 bei Arbeitsunfällen. Und niemand sollte den Fehler machen, die ILO als parteiische Beschäftigtenorganisation zu sehen: Der materialisierte Dreibund zählt nur die Opfer jener Krankheiten, die – oft genug nach langem Kampf gegen den Widerstand der Unternehmen – als Berufskrankheiten „anerkannt“ sind. Und jene Unfälle, die offiziell registriert wurden.
Aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht der ILO zum 28. April 2019 „Safety and Health at the heart of the Future of Work: Building on 100 years of experience„  geht aber sowohl hervor, dass die „Digitalisierung der Arbeit“ auch neue Risiken und Gefahren mit sich bringt, als auch, dass die „alten Erbschaften“ (Asbest!) nach wie vor tödlich wirken. Neue Gefahren? Der chinesische Digitalkonzern Ali Baba z.B. reagiert auf den Protest aus der Belegschaft gegen „996“ (von 9 bis 9 an sechs Tagen die Woche arbeiten) mit der Bekundung, wer das nicht wolle, könne ja woanders arbeiten. In Japan werden die Möglichkeiten geschaffen, nahezu unbegrenzt Überstunden zu diktieren. In der Türkei wird auf Proteste gegen Arbeitsbedingungen in der Baubranche mit Polizei reagiert. Ob Todesopfer im „wilden“ Bergbau von Myanmar oder bei Indiens Latrinenmenschen – das sind Beispiele, die noch am ehesten bekannt sind, weil sie ab und zu in größeren Medien als Sensationsmeldung auftauchen – vom Schiffe abwracken in Asien, über die Müllentsorger Europas in Afrika bis zu den Beschäftigten giftiger Sojaplantagen in Brasilien ist die Liste endlos. Und gerade deswegen machen wir in unserem diesjährigen, inzwischen ja schon traditionellen, Überblick zum 28. April etwas Anderes: Einen genaueren Blick in drei europäische Länder werfen, nicht weil europäische Leben wertvoller wären, sondern um deutlich zu machen, dass dies kein Problem von „Entwicklungsländern“ oder, blöder noch, von „Mentalitäten“ ist, sondern: Kapitalismus, sei es altmodisch oder modern. Italien, Frankreich und Spanien stehen in unserem diesjährigen Dossier im Mittelpunkt, mit ihren tödlichen Alltäglichkeiten – und den Versuchen, sich dagegen zu wehren:

Neue Gefahren, alte Nachwirkungen, 7.500 Tote. Am Tag. Und was dagegen tun?

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Ein Gedanke zu „[Workers Memorial Day 2019] Neue Gefahren, alte Nachwirkungen, 7.500 Tote. Am Tag. Und was dagegen tun?

  1. Es wichtig das es den Workers Memorial Day gibt und wir sind dafür verantwortlich dass auch die richtigen Zahlen veröffentlicht werden. Ich selbst bin nmitglied der IG Bau un weis wie schwierig es ist hier genaue Zahlen zu recherchieren.
    Im Baugewerbe wo bewußt präkäre Arbeitsbedingungen gefördert werden ist sehr schwer Arbeitsunfälle bzw. Berufskrankheiten (BK) feszustellen.
    Besonders schwer sind die Zahlen der tödlich verlaufenden BK zu ermitteln (ca. 4000 tausend Arbeitnehmer sterben jährlich an den folgen eine Berufskrankheit ausgeöst durch Asbest), aber hier werden nur die Berufskarnkheiten wieder gegeb die auch anerkannt wurden. Die Dunkelziffer dürfte nach meiner Einschätzung deutlich höher sein.
    Es ist enorm wichtig auf die folgen einer BK, gerade in solchen Ländern wo es schwierig ist sich zu Organisieren, für sichere Arbeitsbedingungen zu KÄMPFEN.,

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