[AUS DER DA] Erneuerung und Reform der Arbeiterbewegung


Ein Plädoyer für den Anarcho-Syndikalismus – 

(Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Er basiert auf der überarbeiteten Mitschrift eines Vortrags auf der 11. Global Labour University Conference: »The Just Transition and the Role of Labour: Our Ecological, Social, and Economic Future«, 28.-30. September 2016, Johannesburg, Südafrika.)

Danke für die Einladung zu diesem Panel [1], zusammen mit der Genossin Hilary Wainwright, einer Schlüsselfigur der britischen feministischen und sozialistischen Bewegung und Redakteurin von Red Pepper, dem Genossen Ozzi Warwick von der Oilfields Workers’ Trade Union in Trinidad und Tobago und dem Genossen Martin Egbanubi vom Michael Imoudu National Institute for Labour Studies in Nigeria. Es gibt eine erfreulich große Schnittmenge zwischen den unterschiedlichen Beiträgen, insbesondere durch den Fokus auf die Selbsttätigkeit und auf das immense schöpferische Potenzial der Arbeiterklasse und der armen Leute, als Organizer, als Rebellen und als Schöpfer neuer Modelle und Ideen.


In diesem Beitrag möchte ich über die Rolle der Selbsttätigkeit einfacher Arbeiter sprechen, als ein Mittel zur Neugestaltung der Gesellschaft und als ein Mittel, die Gesellschaft in eine andere Richtung zu lenken, als wir uns derzeit bewegen. Ich möchte einen Diskurs über die Rolle und das Potenzial der Gewerkschaften als Motor für einen fortschreitenden Wandel und über die Möglichkeiten dieses Wandels eröffnen. Ich möchte nicht darüber streiten, welche Traditionen der Linken und der Arbeiterbewegung richtig und welche falsch sind, sondern vielmehr versuchen, die Grenzen dessen, was Gewerkschaften unserer Meinung nach erreichen können, zu erweitern. Und ich möchte dies tun, indem ich mich mit den Kernthesen der radikalsten, aber vielleicht am meisten missverstandenen der großen linken Traditionen beschäftige: dem Syndikalismus.

Es ist ziemlich offensichtlich, dass die Welt in einem riesigen Chaos steckt. Es ist auch ziemlich offensichtlich, dass das gegenwärtige politische System die normale Bevölkerung kaum noch erreicht. Gleichzeitig ist es ein Fakt, dass ein großer Teil der Frustration der einfachen Leute und ein großer Teil des Leidens und der Unsicherheit, die das heutige Leben kennzeichnen, von rechtsgerichteten, fremdenfeindlichen und nationalistischen, ethnischen und religiösen fundamentalistischen Kräften instrumentalisiert wird.

Das ist der Kontext, in dem wir innerhalb der Linken einen Dialog eröffnen müssen und in dem wir uns mit der Werkzeugkiste aus linken Ideen und linker Geschichte befassen müssen, mit dem kollektiven Erfahrungsschatz der Vergangenheit, den schmerzhaft erlernten Lektionen und den erfolgreichen Ansätzen, um neu zu überdenken, wie wir unsere Kämpfe kreativ vorantreiben können. Ja, wir müssen Dogmen vermeiden, um nicht vorgefertigte Denkmuster zu forcieren, ohne sie in den entsprechenden Kontext zu setzen. Dennoch brauchen wir die Bilanz vergangener Erfahrungen. Wir müssen eine konsequente Diskussion führen, aber obwohl wir alten Wein nicht einfach in neue Schläuche füllen sollten, sollten wir genauso vermeiden, die Werkzeugkiste wegzuwerfen, indem wir Ansichten, die wir nicht mögen, als »dogmatisch« oder veraltet bezeichnen.

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