WM 2022 – Katar führt „Mindestlohn“ ein


DER BALL ROLLT & ROLLT & ROLLT & ÜBERROLLT……

„Dem Golfemirat Katar wird immer wieder vorgeworfen, dass dort Menschen unter unwürdigen Bedingungen und für wenig Lohn arbeiten müssen – jetzt führt die Regierung offenbar einen Mindestlohn ein.

Wirklich viel ist das aber wohl auch nicht. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass ausländische Arbeiter ab sofort 166 Euro pro Monat bekommen. Außerdem sollen sie ihre Unterkünfte und Verpflegung nicht mehr selbst bezahlen müssen. Laut Bericht sollen die Arbeitgeber dafür aufkommen, auch für die Krankenvorsorge. Ob der Mindestlohn dauerhaft gilt oder nur bis zur Fußball-WM, das ist nicht klar.

Katar richtet die WM im Jahr 2022 aus. Menschenrechtsgruppen sagen, dass vor allem auf den Baustellen dort ausländische Arbeiter ausgebeutet werden.

Laut Human Rights Watch sind bereits hunderte Arbeiter gestorben.“

QUELLE

WEITERFÜHRENDES


 

VERANSTALTUNGSTIPP: Vortrag und Diskussion zu Katalonien

Kurze Vorträge und Bericht aus der Region von
Hans Laubek (FAU Berlin)
Ferran Cornellà (CUP Katalonien)
anschließend Diskussion

 

Am 1. Oktober 2017 fand in Katalonien ein Referendum über die Unabhängigkeit in Form einer Republik statt. Der spanische Zentralstaat unter dem konservativen Mariano Rajoy (Partido Popular – PP) versuchte dies mit allen Mitteln zu verhindern. An vielen Orten wurde mit Gewalt, u.a. durch die paramilitärische Guardia Civil, gegen Wahllokale und Abstimmende vorgegangen. Gerechtfertigt wurde der Ausnahmezustand durch die Berufung auf die geltende Verfassung von 1978 – die sich als Deal zwischen den alten Eliten Francos und den großen Parteien lesen lässt, die Täter bekamen eine Generalamnestie und konnten Posten behalten als Gegenleistung für den Übergang zur Demokratie. Trotz über 900 Verletzten lag die Wahlbeteiligung bei 42,3% und 90% stimmten für die Unabhängigkeit. Am 27. Oktober wurde die Republik durch einen Mehrheitsentscheid des katalanischen Parlaments ausgerufen. Daraufhin hat Spanien die Autonomie Kataloniens suspendiert, gewählte Abgeordnete wegen Rebellion verhaften lassen und Neuwahlen für den 21. Dezember angesetzt – mit der Aussicht das Parlament direkt wieder aufzulösen sollten die Unabhängigkeitsbefürworter:innen erneut in der Mehrheit sein.

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Offener Brief – von Amazon Beschäftigten an ihre Kolleg*innen

Wir schreiben Euch diesen Brief.  Wir, das sind Arbeiterinnen und Arbeiter aus verschiedenen Amazon-Versandzentren in Deutschland, Polen, Frankreich und England. Vor mehr als zwei Jahren haben wir uns entschlossen, regelmäßig grenzübergreifende Treffen zu organisieren, um uns auszutauschen. Diese Treffen haben in mehreren Ländern stattgefunden – mit Beschäftigten von Amazon (u.a. aus FRA1, ORY1, LEJ1, POZ1, BER3, LTN2), darunter Leiharbeiterinnen und -arbeitern, Mitglieder verschiedener Gewerkschaften und solche, die in keiner Gewerkschaft sind, und Unterstützerinnen und Unterstützer. Wir denken, dass wir unsere Arbeitsbedingungen nur verbessern können, wenn wir uns über die Grenzen hinweg organisieren. Wir brauchen einen Austausch über die tägliche Arbeit, über die Tricks, die die Firma einsetzt, um den Arbeitsdruck zu erhöhen, und über wirksame Mittel und Formen, mit denen wir kollektiv darauf reagieren konnen. Wir laden Euch – Amazon-Beschäftigte, Kurierfahrer und -fahrerinnen, die fur Amazon ausliefern, Leiharbeiterinnen und -arbeiter – ein, an diesem Austausch teilzunehmen. (…) Der Austausch über diese Fragen stärkt unsere Position im Betrieb. Wenn es Streiks oder andere Mobilisierungen von unserer Seite gibt, kann Amazon nicht mehr so leicht Bestellungen an andere Lager weiterreichen und uns dort zwingen, schneller zu arbeiten. (…) Langfristig konnen diese Mobilisierungen nur erfolgreich bleiben, wenn sie nicht nur in wenigen Lagern oder einem Land stattfinden. Wir organisieren deshalb gemeinsame Aktionen über die Grenzen hinweg

INFOS

Gewerkschaften in Argentinien verurteilen geplante Arbeitsmarktreform

Buenos Aires

Gewerkschaften machen seit Monaten gegen die Arbeitsreform in Argentinien mobil Quelle: resumenlatinoamericano.org

Die Dachverbände der argentinischen Gewerkschaften lehnen die forcierte Arbeitsmarktreform der wirtschafts-liberalen Regierung von Präsident Mauricio Macri geschlossen ab. Zuvor waren sie in verschiedenen Sitzungen von Arbeitsminister Jorge Triaca über das Vorhaben unterrichtet worden. Macri ließ verlautbaren, die Reform werde kommen, „auch wenn die Gewerkschaften nicht wollen“. Damit zeichnet sich ein längerfristiger Konflikt ab.

 

QUELLE & WEITERFÜHRENDES:

 

 


 

EuGH konterkariert den Gesundheitsschutz der “wöchentlichen” Ruhezeit

“… Nach der Arbeitszeitrichtlinie hat jeder Arbeitnehmer pro Siebentageszeitraum Anspruch auf eine kontinuierliche Mindestruhezeit von 24 Stunden zuzüglich der täglichen Ruhezeit von elf Stunden. (…) In seinem heutigen Urteil erklärt der Gerichtshof, dass das Unionsrecht nicht verlangt, dass die wöchentliche Mindestruhezeit spätestens an dem Tag gewährt wird, der auf einen Zeitraum von sechs aufeinanderfolgenden Arbeitstagen folgt, sondern nur, dass sie innerhalb jedes Siebentageszeitraums gewährt wird. Der Gerichtshof stellt zunächst fest, dass die Wendung „pro Siebentageszeitraum“ keinerlei Verweisung auf das nationale Recht der Mitgliedstaaten enthält und somit ein autonomer Begriff des Unionsrechts ist, der einheitlich ausgelegt werden muss. (…) Im Hinblick auf das Ziel der Richtlinie schließlich erinnert der Gerichtshof daran, dass diese den Zweck verfolgt, die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer wirksam zu schützen. Jedem Arbeitnehmer müssen also angemessene Ruhezeiten zur Verfügung stehen. Allerdings lässt die Richtlinie für ihre Umsetzung eine gewisse Flexibilität zu und räumt somit den Mitgliedstaaten in Bezug auf die Festsetzung des Zeitpunkts, zu dem diese Mindestruhezeit zu gewähren ist, ein Ermessen ein…”

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union coop // shop geht online!

SCHAUT DOCH MAL IN DAS ANGEBOT DES GERADE FRISCH ONLINE GEGANGENEN SHOP DER UNION COOP:

„Über diesen Shop vertreiben wir Produkte der union coops, von ähnlichen Projekten aus dem Ausland und Gewerkschaftsmaterialien. Das Angebot wird sukzessive ausgebaut. Perspektivisch streben wir auch Offline-Shops in verschiedenen Städten an.“

Indonesien: Jedes Kind muss zur Schule gehen – ICTSI muss aufhören, Gewerkschafter*innen zu schikanieren

A LabourStart campaign:

In Indonesien werden Kinder gezwungen frühzeitig die Schule zu verlassen, weil ICTSI – eine der weltweit profitabelsten Verladungs- und Lagerungsfirmen – die Eltern schikaniert, wenn sie sich mit ihrer Gewerkschaft für existenzsichernde Löhne einsetzen.

 

ICTSI unterläuft systematisch die geltende Bezahlung sowie Arbeitsbedingungen im Hafengebiet von Jakarta. Dadurch werden die Beschäftigten zu langen Arbeitszeiten und unsicheren Überstunden gezwungen, einfach nur um ihre Existenz sichern zu können. Mitgliedern der Gewerkschaft FBTPI wurden Überstunden durch die Unternehmensleitung verweigert, wodurch viele nun nicht in der Lage sind, ihre Grundausgaben zu decken. Dies hat dazu geführt, dass Beschäftigte ihre Kinder aus der Schule nehmen und aus ihren Wohnungen ausziehen mussten. ICTSI bestraft diese Beschäftigten dafür, dass sie sich für eine bessere Bezahlung einsetzen.

 

Jedes Kind sollte zur Schule gehen. Alle Menschen haben ein Recht darauf in Würde zu leben. Kein Kind sollte dafür bestraft werden, wenn die Eltern sich für ihre Rechte einsetzen.

 

Fordern Sie mit uns dass ICTSI faire Löhne bezahlt und aufhört, Gewerkschafter*innen und deren Familien zu schikanieren!

Verhandlungen mit Foodora sind gescheitert – Jetzt geht der Arbeitskampf auf der Straße weiter!


 Am vergangenen Freitag ging auch die zweite Verhandlungsrunde mit Foodora ergebnislos zuende. Foodora war schlecht vorbereitet und hatte ihren Fahrer*innen außer leeren Versprechungen nichts anzubieten. Die Berliner #deliverunion-Gruppe erklärte daraufhin, dass die während der Verhandlungen ausgesetzte Kampagne ab sofort wieder anläuft. Am Freitag geht es los mit einer Kundgebung vor dem „Hub“ von Foodora in Berlin-Mitte.

 
 

GaiDao Nr 83 November 2017

SCHAUT DOCH MAL IN DIE AKTUELLE AUSGABE DER GaiDao:


Liebe Leser*innen,
ein Blick auf vergangene anarchistische Kämpfe und Organisationsversuche kann uns nicht nur wichtige historische Zusammenhänge und Entwicklungen der (anarchistischen Bewegungs-)Geschichte und ihrer Akteur*innen aufzeigen. Darüber hinaus lassen sich zusätzlich aus den historischen Erfahrungen wichtige Rückschlüsse auf die Gegenwart ziehen – denn Geschichte ist nie etwas abgeschlossenes, sondern hat immer auch ein Davor und Danach.
In dieser Ausgabe findet ihr ein ausführliches Interview mit Helge Döhring zur “Föderation kommunistischer Anarchisten Deutschlands” (FKAD), die hauptsächlich in den 1920er Jahren aktiv war. Döhring gibt in seinen Antworten jedoch nicht nur Einblick in einen Teil des organisierten Anarchismus im deutschsprachigen Raum der 1920er Jahre, sondern zieht anhand der historischen Erfahrungen interessante und kontroverse Schlüsse für gegenwärtige anarchistische Organisationen und Zusammenhänge.
Was bleibt noch zu dieser Ausgabe zu sagen? Die Artikel der vergangenen Gai Dào stießen nicht nur auf Zustimmung, sondern wurden und werden kontrovers diskutiert, Ideen weiterentwickelt oder im Gegenteil kritisiert und verworfen. In dieser Ausgabe findet ihr mehrere Antworten und Bezugnahmen auf Artikel aus der letzten Gai Dào. Damit erfüllt die Gai Dào ihre Funktion nicht nur Informationen abzubilden, sondern auch Ort für lebendige Diskussionen zu sein. Dies freut uns.
Leider haben wir es dieses mal noch nicht geschafft Stellung zu den aktuellen Ereignissen in Katalonien, Kaltland, Rojava und Argentinien zu beziehen. Das wollen wir in der nächsten Ausgabe aber nachholen! Zu Katalonien und der AfD könnt ihr auf jeden Fall in die aktuelle GWR schauen, zu Rojava und dem feigen Mord an Santiago Maldonado empfehlen wir euch die neueste A-Radio Sendung.
Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht euch
ma (und die Gai Dào-Redaktion)