„Die Universität ist Gemeingut!“

Hochschulausschüsse widersprechen den Drohungen von Minister Czarnek
[Inicjatywa Pracownicza (IP), 29.10.2020]
die Universtität ist Gemeingut!
Die Betriebsausschüsse der OZZ Inicjatywa Pracownicza, die an wissenschaftlichen und Hochschuleinrichtungen tätig sind, haben einen Aufruf an alle Personen vorbereitet, die mit der akademischen Gemeinschaft in Polen in Verbindung stehen.

Wir erheben entschiedenen Widerspruch gegen die grundlosen Drohungen von Minister Przemysław Czarnek, der den Hochschulen den Entzug von Forschungsmitteln androht. Dies wäre eine Reaktion darauf, dass es den Studierenden und Mitarbeiter*innen der Hochschulen möglich ist, ihre Meinung zur Einführung von Vorschriften zu vertreten, welche die Menschenrechte in Polen einschränken.

Die Besonderheit des wissenschaftlichen Werks von Minister Czarnek berechtigt ihn nicht dazu, die Methoden und Ergebnisse von Forschungsarbeiten zu bewerten, während er erklärt, bei der Beurteilung von Forschungsanträgen – und folglich auch den Arbeits- und Studienbedingungen an den Hochschulen – politische und ideologische Kriterien heranzuziehen. Er hat damit einen weitreichenden Eingriff in die Autonomie der Universitäten angekündigt. Dem stimmen wir nicht zu!
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„Gestern war ich Corona-Heldin – heute kann ich meine Miete nicht mehr zahlen“

So äußerte sich eine Mitarbeiterin der Oetker-Tochter „Durstexpress GmbH“ in Leipzig. Was war geschehen? Was geht uns das in Bielefeld an?

Offener Brief an die Dr. August Oetker KG, Bielefeld

Bielefeld, 12.11.2020

Bei dem Getränkelieferdienst „Durstexpress“ in Leipzig arbeiten ca. 600 Kolleg:inn:en in der Getränkeauslieferung, davon ca. 50 Teilzeitkräfte in der Kommissionierung. Nachdem noch vor wenigen Wochen infolge der Covid-19-Pandemie auch die Durstexpress-Mitarbeiter:innen zu „Essential Workers“ erklärt und beklatscht wurden, erfolgte zu Oktober eine Kürzung der angebotenen Arbeitsstunden für Teilzeit-Kommissionierer:innen um 60 %. Einige Mitarbeiter:innen können dadurch seit Oktober nicht einmal die ihnen garantierten Wochenstunden arbeiten. Die Lohneinbußen der Oktoberabrechnung sind für einige Kolleg:innen existenzbedrohend. Gleichzeitig wurden Gewerkschaftsvertreter:innen der FAU Leipzig vom Standortleiter Patrick G. widerrechtlich des Geländes verwiesen, gewerkschaftliches Informationsmaterial verboten und eingesammelt.

Insbesondere den Teilzeit-Kommissionierer:innen drohen durch die aktuelle Arbeitszeitkürzung finanziell der Ruin, da sie teilweise keine weitere Einkunftsquellen haben. Die neuen Arbeitsverträge ermöglichen es ihnen, für bis zu 1300 Euro im Monat zu arbeiten, garantieren aber kaum Mindeststunden. Des Weiteren ist zu befürchten, dass Durstexpress einen Teil ihrer Lohnarbeiter*Innen so zur Kündigung drängen will, wodurch Personalkosten gespart werden sollen, die sogenannte kalte Kündigung.
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Durstexpress Leipzig: Nach dem Klatschen kommt die Kürzung

Pressemitteilung der FAU Leipzig vom 25.10.2020

Im Leipziger Standort des Getränkelieferanten Durstexpress versammelten sich am 15.10.2020 bei Schichtbeginn 17 Teilzeitbeschäftigte vor dem Niederlassungsleiter Patrick G., um gemeinsam aktiv ihre Arbeitskraft anzubieten. Nachdem noch vor wenigen Wochen infolge der Covid-19-Pandemie auch die Durstexpress-Mitarbeiter*Innen zu „Essential Workers“ erklärt und beklatscht wurden, erfolgte prompt eine Kürzung der angebotenen Schichten um bis zu 50 %, wodurch sie seit Oktober nicht einmal die ihnen garantierten Wochenstunden erarbeiten können. Es drohen existenzbedrohende Lohnausfälle. Gleichzeitig wurden Gewerkschaftsvertreter*Innen der FAU vom Standortleiter Patrick G. widerrechtlich des Geländes verwiesen, gewerkschaftliches Informationsmaterial verboten und eingesammelt.
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Klatschen genügt nicht! Mehr Geld in den öffentlichen Dienst jetzt!

[Bielefelder Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus]

[mehr personal]

Kundgebung
am 23. Oktober 2020
um 16 Uhr in der Fußgängerzone
(Karstadt/Ecke Stresemannstraße)

Wer gedacht hat, dass der Beifall für die Beschäftigten, die in Berufen tätig sind, die vor allem in Zeiten der Pandemie von Bedeutung sind, zu deren besserer Bezahlung führen würde, hat sich getäuscht. Zurzeit finden zwischen dem Verband der Kommunalen Arbeitgeber (VKA) und verschiedenen Fachbereichen von ver.di Tarifauseinandersetzungen für den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes statt. Es geht um eine Erhöhung der Löhne in verschiedenen Branchen und um einige Fragen rund um die Arbeitszeit. Unter diesen Tarifvertrag fallen auch die kommunalen Krankenhäuser!
Der VKA hat darauf bestanden, dass es gerade jetzt in Zeiten von Corona zu einer tariflichen Auseinandersetzung kommt. Dann aber kein Angebot auf den Verhandlungstisch gelegt. Das Kalkül der Arbeitgeber ist, dass es den Beschäftigten in Corona-Zeiten schwerer fällt, ihre Interessen zu vertreten.

Dieser Haltung wollen wir als Bürger*innen der Stadt Bielefeld entgegnen: Ihr verhandelt nicht in unserem Auftrag!

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IHK Bielefeld: Kein „HomeSchooling“ für Risikopatienten?

FAU schütztDie Umschulung begann mitten in der Hochzeit der Pandemie und ohne Probleme konnte dem Unterricht von zu Hause gefolgt werden. Kein Wunder: handelt es sich doch um eine Lernform, bei der die Schüler*innen dem Unterricht virtuell folgen. Eine Bildkonferenz bildet einen virtuellen Klassenraum in dem sich dann die Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland zuschalten.
Geradezu prädestiniert für eine Unterrichtsform an der sich auch Menschen beteiligen können, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf Abstand zu ihren Mitmenschen gehen (müssen). Einer dieser Gründe ist das Coronavirus. Auch wenn ein Gemenge aus Nazis, Verschwörungstheoretiker*innen, Reichsbürgern, Antisemiten usw. in Berlin unlängst das Vorhandensein des Virus leugneten, ist die durch das Coronavirus erzeugte Lungenkrankheit Covid19 ein Fakt. Bei Covid19 handelt es sich um eine Erkrankung, deren Verlauf wegen der Neuheit dieser Viren nicht abzuschätzen ist. Im Besonderen gilt das für Risikopatienten mit Vorerkrankungen. Weiterlesen

Keine Arbeit ohne Lohn

Wir dokumentieren den Beitrag der FAU Bonn

Seit dem Morgen des 15. Mai befindet sich ein Teil der Beschäftigten eines Landwirtschaftsbetriebs in Bornheim, unweit von Bonn im Streik. Die vor allem für die Spargelernte eingesetzten Saisonarbeiter*innen legten ihre Arbeit nieder nachdem versprochene Lohnzahlungen ausblieben. Die vorrangig aus Rumänien angereisten Erntehelfer*innen werden weitgehend isoliert und unter prekärsten Bedingungen untergebracht.

Wir stellen uns hinter die Forderungen der Beschäftigten und begrüßen ihren Mut zur Selbstorganisierung. Wir stehen im persönlichen Austausch mit den Streikenden und diskutieren nun gemeinsam wie wir weiter unterstützen.

Foto: General Anzeiger / Axel Vogel

Externer Link zum Artikel des General Anzeiger

Info-Seite über Arbeit in Zeiten der Coronakrise

Die Kolleg*inn*en der FAU Jena geben ab sofort ihre Info-Seite mit Hinweisen und Tipps zu arbeitsrechtlichen und betrieblichen Problemen in Zeiten der Coronakrise frei. Sie wird von der Recherche-AG täglich aktualisiert.

Wir hoffen, sie nützt zahlreichen Arbeiter*innen dabei, sich über ihre Rechte und Handlungsmöglichkeiten zu informieren und für ihre Interessen einzustehen. Wer dies mit gewerkschaftlicher Unterstützung tun möchte, kann gerne auf uns zukommen.

Der Link zur Seite lautet: jena.fau.org/corona

100 Jahre FAUD

Interview mit Helge Döhring vom Institut für Syndikalismusforschung (SyFo)
[von FAU Kaiserslautern]

Siehst du heute Potential für die FAU, an Zeiten vor 1933 anzuknüpfen, oder sollte sie sich deiner Einschätzung nach auf andere Branchen oder Regionen konzentrieren?

Schon in den 1920/30er Jahren hatten syndikalistische Organisationen massive Probleme, den fortschreitenden wirtschaftlichen Rationalisierungen entgegenzutreten. Die Kapitalisten entließen massenweise revolutionäre Arbeiter. In den Großbetrieben blieben somit diejenigen übrig, die sich treu dem kapitalistischen System andienten. Das ist bis heute so geblieben. Dem Syndikalismus ist es nicht mehr gelungen, dort Fuß zu fassen, das Netz der zentralgewerkschaftlichen Sozialpartnerschaft schlang sich immer enger um sozialrevolutionäre Potenziale in den Betrieben. Betrachten wir diejenigen Branchen, in denen die Syndikalisten vor 1933 aktiv waren:

Von Industrieverlagerungen ins Ausland sind besonders betroffen; der Bergbau, die Textilindustrie und die Metallindustrie. Diese Bereiche sind somit in Deutschland schwer syndikalistisch zu organisieren. Von Rationalisierungen betroffen sind zwar alle Industrien. Am wenigsten noch der Baubereich, hier werden im Gegenteil, Scharen an Gastarbeitern angeworben.

Weiterlesen? Hier geht’s zum Originalbericht.

Trotz Einschüchterungsversuch Erfolg vor Gericht

[Pressemitteilung der FAU Halle] FAU Halle
Pflegedienst wollte Minijobber*innen nicht auszahlen und Gewerkschaft mundtot machen. Gericht entscheidet: Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf Nachtschichtzuschläge.

Am 28.11.2019 wurde am Arbeitsgericht Halle entschieden, dass auch Minijober*innen aus der Pflegebranche Anspruch auf Nachtschichtzuschläge haben. Die drei ehemaligen Pflegehilfskräfte hatten mit Hilfe der FAU Halle geklagt, nachdem sie im November 2018 gekündigt wurden. Sie wurden vorrangig nachts eingesetzt, erhielten dafür aber nie einen Ausgleich. Nun muss die Lebensdank Halle GmbH ihnen rund 3500 Euro an Nachtschichtzuschlägen und Urlaubsentgelt nachzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Das Urteil ist gut für Menschen, die in prekären Teilzeitbeschäftigungen schuften und zeigt, dass es sich lohnt, sich zu wehren. Der Prozess hat aber auch offenbart, dass die gesetzlichen Normen die Schlechterstellung von Teilzeitbeschäftigten nicht klar verhindern.“, so die Sekretärin der FAU Halle, Lisa Birkigt. Die Lebensdank GmbH hat sich bis zuletzt gegen die Forderungen der Pflegehilfskräfte gewehrt. Unter anderem hatte sie versucht eine einstweilige Verfügung gegen die FAU zu erwirken, um weitere Proteste zu verbieten, war damit aber vor Gericht gescheitert.

„Ich kann nur sagen, wie wichtig es ist, mit den Kolleg*innen zu sprechen und sich über Probleme auszutauschen. Wenn wir, die sich immer weiter zuspitzenden Zustände in der Pflege ernsthaft verbessern wollen, dann schaffen wir das nur gemeinsam“, sagte eine der Betroffenen. Neben den Krankenhäusern muss auch in den ambulanten Pflegebetrieben ein höherer Organisationsgrad der Angestellten erreicht werden. Denn bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege-Branche, wirken sich auch auf die Qualität der Pflege aus.

Halle, den 29.11.2019

Kontakt:
Allgemeines Syndikat Halle/Saale (FAU)
Ludwigstraße 37, 06110 Halle/Saale
Web: halle.fau.org
Mail:fauhal-presse@fau.org
0176 54470263