ONLINE-PODIUMSGESPRÄCH: ARBEITSBEDINGUNGEN IN DER FLEISCHINDUSTRIE


Podiumsgespräch mit Arbeitsrechtsinitiativen und Gewerkschaften zu den 
Arbeitsbedingungen in
der Fleischindustrie

Donnerstag, 28. Mai, 19 – 21 Uhr

 

 

Arbeitsrechtsinitiativen und Gewerkschaften machen schon lange auf die massive Ausbeutung der Arbeiter*innen in der Fleischindustrie aufmerksam. Doch durch Corona verschärfen sich die Bedingungen weiter: oftmals migrant*ische Arbeiter*innen mit Werkverträgen sind besonders stark von der Epidemie betroffen.

Begleitend zu unseren Aktionstagen werden wir in einem Podiumsgesprächs mit anderen Akteur*innen, die sich gegen die ausbeuterischen Praktiken der Tierindustrie einsetzen, über die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie diskutieren.

Dabei besprechen wir natürlich die aktuellen Arbeitsbedingungen und die tagespolitischen Entwicklungen angesichts von Corona. Wir werden aber auch den Blick weiten und uns dazu austauschen, wie wir über Corona hinaus als Bewegung auf größere Veränderungen hinwirken können.

Teilnehmende:


 

[FAU Bielefeld informiert] Arbeitskampf auf dem Spargelhof Ritter (Bornheim bei Bonn)

 

 

 

 

 

 

 

Seit Freitag, dem 15. Mai 2020 befinden sich zahlreiche Arbeiter*innen die bei
Spargel Ritter als Erntehelfer*innen malochen, im Streik. Den Arbeiter*innen
geht es vor allem um ihre ausstehenden Löhne. So wurden ihnen Beträge
zwischen 1800€ und 2000€ versprochen. Nach einem Monat Maloche haben sie
aber nur zwischen 100€ und 300€ erhalten. Außerdem sind die insgesamt 250-
300 Arbeiter*innen in ungeheizten Containern untergebracht. Dabei wurden die
einzelnen Zimmer mit vier bis fünf Personen belegt, was nicht nur unter den
Bedingungen der Corona-Pandemie unerträglich ist. Ein Aufklärung über
Schutzmaßnahmen im Angesicht der Pandemie und eine Austeilung von
Schutzkleidung (Mund-Nase-Schutz) hat entweder gar nicht oder nur sehr
unvollständig stattgefunden. Verschärfend kommt hinzu, das Duschen und
Toiletten stark verschmutzt sein sollen.

Der Spargelhof Ritter hatte bereits Anfang März Insolvenz angemeldet. Ein
Bonner Rechtsanwalt ist seitdem der verantwortliche Insolvenzverwalter. Die
Ernte von Spargel und Erdbeeren sollte wie geplant stattfinden.
Die Erntehelfer*innen kommen zum großen Teil aus Südosteuropa, sprechen
wenig deutsch, kennen sich nicht mit dem Arbeitsrecht aus und sind
gewerkschaftlich nicht organisiert. Dies nutzen Unternehmer immer wieder
schamlos aus, lassen die Arbeiter*innen schuften und schicken sie gerne mit
wenig oder keinem Lohn nach Hause, nicht nur in der Landwirtschaft, auch auf
dem Bau, in der Fleischindustrie u.a. anderswo.
Die FAU Bonn ist mit den Kolleg*Innen im Kontakt und unterstützt aktiv ihren
Kampf.

Spendenaufruf

Unterstützt die Erntearbeiter*innen in ihrem Kampf um Lohn und Würde.
Nachdem die Arbeiter*innen bisher nur unvollständig bezahlt wurden,
entschlossen sie sich diese Situation nicht mehr hin zu nehmen. Die FAU Bonn
unterstützt diesen Kampf um Lohn und Würde vor Ort seitdem die
Arbeiter*Innen am Freitag spontan in den Streik getreten sind. Leider waren wir
im verlaufe des Konfliktes gezwungen auch juristischen Beistand zu
organisieren. Um diesen zu bezahlen, die Kolleg*innen in ihrem Kampf weiter
aktiv unterstützen zu können und um den Kolleg*innen über die ökonomische
Krise, die der Insolvenzverwalter zu verantworten hat hinweg zu helfen,
benötigen wir eure Spenden.

Ihr könnt Spenden ab sofort auf folgendes Konto überweisen:
FAUD
IBAN: DE25 3506 0386 1112 5200 05
BIC: GENODED1VRR
Verwendungszweck: Spargel Ritter


MEHR INFOS FINDET IHR UNTER DEN FOLGENDEN LINKS:

bonn.fau.org/

duesseldorf.fau.org

fau.org

labournet.de

Avon Distribution: Keine Zustimmung zu Lohnkürzungen und einem längeren Abrechnungszeitraum

Der Vorstand des Betriebsausschusses bei Avon Distribution mit der Petition zur Unterstützung der Gewerkschaftsforderungen

Sonntag, 10. Mai 2020/Region: Masowien

Seit Mitte April laufen die Verhandlungen zwischen dem Vorstand von Avon Distribution und dem Ausschuss der Inicjatywa Pracownicza über die Einführung von Maßnahmen gemäß des sog. „Antikrisenschilds“ der Regierung. Die Gewerkschaftsmitglieder lehnen die von der Firma vorgeschlagenen Lohnkürzungen und eine Verlängerung des Abrechnungszeitraums ab – stattdessen verlangen sie u. a. eine Verringerung der Lohnungleichheit, eine Beschäftigungsgarantie für ein halbes Jahr sowie die Abschaffung der Zwölfstundenschichten. Am 5. Mai übergaben sie der Geschäftsleitung eine Petition zur Unterstützung ihrer Forderungen, die 161 der ca. 350 Beschäftigten der Firma unterzeichnet hatten.

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[fau.org] Was heißt eigentlich „sich organisieren“?

An dieser Stelle dokumentieren wir den Redebeitrag vom 1. Mai 2020 von der FAU Hannover. (Quelle) 

Wir wollen diesen Tag zum Anlass nehmen, um über das „sich organisieren“ und „Organizing“ zu sprechen. Auch und gerade jetzt in diesen „Coronazeiten“. Denn – warum eigentlich „sich organisieren“ und was meinen wir damit genau?

Wir müssen euch enttäuschen – denn: There is no Glory in Organizing!

Trotzdem haben wir euch 4 Gründe mitgebracht, warum wir uns organisieren müssen, wenn wir unter den Vorzeichen der gerade beginnenden globalen Krise eine Chance haben wollen. Wir sind uns sicher: Es gibt keine Abkürzung zur aktiven Gegenwehr und der gemeinsamen Gestaltung eines guten Lebens für alle.

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Solidarität mit der Landbevölkerung in West Bengal

Das neu gegründete Syndikat der Industrial Workers of the World (IWW) in Kolkata organisiert Lebensmittelspenden für Menschen in Dörfern im Umkreis von Kalkutta. Dort sind die allermeisten Menschen besonders schwer von den Auswirkungen der Pandemie betroffen und gleichzeitig ist die staatliche Überwachung geringer ausgeprägt als in den Großstädten, was etwas größere Handlungsspielräume ermöglicht.

Die FAU steht in regelmäßigem Austausch mit den Leuten vor Ort und ist ein wesentlicher finanzieller Unterstützer der Initiative. Wir ermutigen alle, die Bemühungen der IWW Kolkata in diesem Zusammenhang ebenfalls zu unterstützen.

ZUM BEITRAG AUF FAU.ORG

 

Füllt die Streikkasse: Migrantischer (Hunger-)Streik in Valencia geht in die 8. Woche

Seit dem 25. Februar sind die Arbeiter_innen der Fabrik von Productos Florida SA in Almassora, Valencia (Spanien) im unbefristeten Streik. Die Hauptforderung der Belegschaft ist, dass alle scheinselbstständigen Arbeiter_innen sofort reguläre Arbeitsverträge erhalten – und damit grundsätzliche und eigentlich selbstverständliche Arbeiter_innenrechte.

Die Streikenden errichteten ein Streik-Camp vor den Toren der Fabrik, einige Teile der Belegschaft gingen sogar in den Hungerstreik. Die Belegschaft organisierte Kundgebungen und Demonstrationen, u.a. auch in Barcelona (Sitz des Mutterkonzerns, der Servicarne Cooperative) und Madrid (Sitz des Arbeitsministeriums).


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Befreiung von Lohnarbeit aufgrund der Corona-Pandemie // Exemption from Wage Labour due to the Corona-Pandemic // Zwolnienie z pracy z powodu korona pandemii

Untenstehend findet ihr arbeitsrechtliche Infos in verschiedenen Sprachen, die euch in diesen Zeiten vielleicht von Nutzen sind. Gefunden auf der Seite der Genoss*innen der FAU Marburg – Gießen – Wetzlar.
Ein FAU*ista aus Bielefeld hat für die polnische  Übersetzung gesorgt. Vielen Dank!

 

 

Befreiung von Lohnarbeit

Exemption from Wage Labour

Zwolnienie z pracy

maelumat ean altawaquf almajur ean aleamal bsbb kwrwna fayrws

 

[AUS DER DA] Umgang mit der Corona-Krise – eine syndikalistische Zwischenbilanz

(DA)  Seit spätestens Mitte März hält die Corona-Pandemie Deutschland und viele weitere Teile der Welt in Atem. Zeit für uns eine Zwischenbilanz zu ziehen, uns einen Überblick zu verschaffen.

In unserem dreiteiligen Artikel geht Steff Brenner in Teil I und II der Frage nach, wie sich die syndikalistischen Gewerkschaften Deutschlands und der Welt mittlerweile auf die veränderten Umstände eingestellt haben. In einem letzten Artikel wird über die möglichen Entwicklungen, Handlungs- und Bündnismöglichkeiten in den nächsten Wochen spekuliert.

ZUM ARTIKEL