NOlympia

WanderarbeiterInnen werden nicht nur in Sotschi um ihren Lohn betrogen, versklavt, erniedrigt, ausgegrenzt oder gar während der Arbeit getötet. Die Wendung „Sport ist Mord“ bekommt hier eine ganz andere Dimension.

NOlympiaNicht nur in Sotschi werden WanderarbeiterInnen um ihr Geld geprellt, wie Sklaven gehalten, von der Gesellschaft isoliert, erniedrigt und geschlagen. WanderarbeiterInnen kommen für eine gewisse Zeit zu einer bestimmten Arbeit, in diesem Fall für den Bau der Olympiastätten in Sotschi. Sie schuften unter den miesesten Bedingungen. Eine Bezahlung erfolgt, wenn überhaupt, nur selten, Arbeitssicherheit oder -schutz und Mindestarbeitszeiten sind unbekannt, ebenso medizinische Versorgung im Krankheitsfall. Wer nicht mehr arbeiten kann, wird ausgewiesen, Ausbeutung auf Zeit.

Keine Baustelle, auf der nicht gestorben wird!
Menschen, vorwiegend aus den ehemaligen Sowjet-Republiken, kommen nach Sotschi Russland, um der Armut in ihren Ländern zu entgehen, finden aber wieder nur Unterdrückung und Ausbeutung, rechtlose Zustände, einige sogar den Tod. Viele warten oft monatelang auf ihre Bezahlung, häufig vergebens, wie bei den Firmen, die die olympischen Sportstätten erbauen ließen. Das „Internationale Olympische Komitee“ (IOC) hat zwar den russischen Veranstalter der olympischen Winterspiele von 2014 aufgefordert, die ausstehenden Löhne zu zahlen, versprochen haben sie es. Gezahlt haben sie keinen Rubel, die heile Sportwelt des IOC ist es zufrieden, ihm reicht das Versprechen. Doch von Versprechen ist noch niemand satt geworden. Mehrere Milliarden(!) €uro sind nach Berichten des WDR in den Taschen korrupter Unternehmer und Staatsdiener gelandet, die meisten WanderarbeiterInnen nach Beendigung der Aufträge abgeschoben worden. Sie haben in der Regel keine Chance, ihren ausstehenden Lohn einzufordern oder einzuklagen. Weiterlesen