RADIO


Komplizen der Militärdiktatur? Die Rolle von VW do Brasil und Mercedes Benz Argentina

Rechtsanwältin Claudia Müller-Hoff und Gewerkschafter Lúcio Bellentani auf einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung im November in Berlin.

Lúcio Bellentani aus Brasilien und Héctor Ratto aus Argentinien teilen ein ähnliches Schicksal. Beide Männer waren in den 1970er Jahren gewerkschaftlich und politisch aktiv und wurden deshalb unter den Militärdiktaturen ihrer Länder gefangengenommen und schwer gefoltert. Brisantes Detail: ihre damaligen Arbeitgeber – VW do Brasil und Mercedes Benz Argentina – haben mit den Repressionsorganen des Staates eng zusammengearbeitet. Die Tochterunternehmen deutscher Autobauer lieferten Informationen zu „unliebsamen Arbeitern“ und ermöglichten den Sicherheitskräften Zugriff auf das Werksgelände. 40 Jahre später wird die Rolle der Unternehmen nun aufgeklärt, Gerechtigkeit für die Opfer gefordert – und auch juristische Wege eingeschlagen.

Die Radioreihe „Menschenrechte und Unternehmen“ ist ein Kooperationsprojekt des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika e.V. (FDCL) mit dem Nachrichtenpool Lateinamerika e.V. (NPLA)

ZUM PODCAST:

 CC BY-SA 4.0 Komplizen der Militärdiktatur? Die Rolle von VW do Brasil und Mercedes Benz Argentina von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Katalonien: Innenansichten eines gesellschaftlichen Umbruchs

Nur wenige Stunden nach der parlamentarischen Abstimmung zur Unabhängigkeit Kataloniens vom spanischen Staat berichtete Hans Laubek am 27. Oktober 2017 im Berliner Lokal der Freien Arbeiter*innen Union (FAU) über seine Eindrücke während des Referendums am 1.10. sowie des darauf folgenden Generalstreiks. Er war in dieser Zeit sowohl mit Aktivist*innen der linksrevolutionären und nationalistischen Partei CUP als auch der syndikalistischen Gewerkschaft CNT in Barcelona unterwegs, welche beide für sehr unterschiedliche Haltungen stehen. Er gab einen detaillierten Überblick über die Gemengelage der sich teilweise widersprechenden Ansätze, die sich zwischen den extremen Polen Nationalismus und Selbstorganisation bewegen und sich in ihrer Ablehnung der staatlichen Repression und der postfrancistischen Oligarchie treffen. Laubeks Input löste heftige Diskussionen im FAU Lokal aus. Letztere haben wir allerdings aus Rücksicht auf die Teilnehemenden nicht mitgeschnitten. Einig waren sich alle Anwesenden, dass Laubeks Bericht sehr hilfreich ist, um die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit und die sicherlich bevorstehende Zeit der staatlichen Gewaltanwendung durch die spanische Zentralregierung vielschichtiger einordnen zu können. Daher ist er nun hier zu hören:

 


Kritik an Arbeitszeit – und Tarifpolitik der IG Metall

„Eine Gewerkschaft, die sich auch als Interessensvertretung der Arbeitgeber versteht, ist keine Gewerkschaft mehr.“

Dass von sogenannten Arbeitgebern und Gewerkschaften geschlossene Tarifverträge gesetzliche Standards sogar noch unterlaufen können, ist spätestens seitdem die IG Metall es in der Metall- und Elektroindustrie erlaubt hat, dass Leiharbeiter künftig bis zu 48 Monate in einem Betrieb beschäftigt werden können, bekannt. Dass es sich hierbei um keinen Einzelfall handelt, zeigte sich kürzlich erneut. So sind laut Manteltarifvertrag für die bayrische Metallindustrie für BMW, Zeiten für Umkleiden und Waschen „keine Arbeitszeit“.

Über die Tarifpolitik der IG Metall haben wir mit Dr. Rolf Geffken, Arbeits-, Wirtschaftsrechtler und Autor aus Hamburg gesprochen. Im Gespräch wird auch der offene Brief der Mitglieder des Tarifpolitischen Arbeitskreises der IG Metall Geschäftsstelle Jena-Saalfeld aufgegriffen. Sie erzürnt, dass die IG Metall auf die Forderung nach einer Angleichung der Arbeitszeit in Ost- und West verzichtet und erklären u.a: „Die letzte Bundestagswahl hat gezeigt, was passiert wenn Menschen sich abgehängt fühlen und kein Vertrauen mehr in die bestehenden Institutionen haben. Dieser Trend darf sich nicht in der IGM fortsetzen.“

Der Erfolg der AfD u.a. begründet in der Politik der IG Metall?


Union Coop on Air!  –  Bereits im März sendete das Berliner Künstlerradio reboot.fm „Make capitalism history # 47“. Nun ist die Sendung, die als Warm Up für den Kongreß Selber Machen gedacht war, auch online verfügbar. Zu Wort kommen Vinz von Dr. Pogo und Clemens, Pressesekretär der FAU Berlin,zu gewerkschaftlicher Organisierung, Kollektivbetriebe und dem Konzept Union Coop.

Nach der Revolution – Streifzüge durch mögliche Gesellschaften!

 

Linke Menschen sehnen sich nach einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderung, nach Revolution im breitesten Sinne des Wortes. Wenn es aber nicht mehr nur um Abwehrkämpfe gegen Rassismus, kapitalistische Schweinerei usw. geht, sondern ums Gestalten, dann fehlt uns die Vorstellungskraft dafür, wie eine andere Gesellschaft und der Weg dorthin konkret aussehen könnte. Relativ klar ist für alle, dass politische Parteien und solche Bewegungen, die ihre Bitten an Staat und Regierung richten, es nicht reißen werden. Es geht also um’s Selbermachen. Ums Selbermachen geht es in unserer ersten Sendung. Wir diskutieren mit XYZ über den Weg “von der Basisarbeit zur gesellschaftsweiten Selbstorganisierung”, Rätestrukturen und Arbeits-Kollektive.

In den kommenden Sendungen werden wir uns mit Gesellschaften beschäftigen, die möglich sein könnten und solchen, die möglich gewesen wären. 


FAU – 40 Jahre anarchosyndikalistische Gewerkschaftsarbeit

Seit 40 Jahren organisiert die anarchosyndikalistische Gewerkschaft FAU in Deutschland Arbeitskämpfe, für die sich keine andere Gewerkschaft einsetzt. Die Freie Arbeiter und Arbeiterinnen Union organisiet zum Beispiel die Pizzalieferanten von Joeys in Halle, sie bringt Fahrradkuriere in Berlin zusammen, unterstützt migrantische Arbeitskämpfe gegen die Mall of Berlin und sie führt einzelne Kämpfe gegen Lohnprellung von Minijobbern. Ihre Mittel im Arbeitskampf sind den Großgewerkschaften oft zu radikal: die FAU setzt auf direkte Aktionen. Sie ruft zu Boykotten auf, setzt auf den Druck der Öffentlichkeit, und versucht innerhalb des Betriebs die Abläufe zu stören. Die FAU vertritt den Anspruch, über die Sphäre der Arbeit die Gesellschaft grundlegend zu etwas besserem zu verändern. Dabei agiert sie stets unabhängig, rebellisch und klassenkämpferisch. Die Freie Arbeiter und Arbeiterinnenunion wird in diesem Jahr 40 Jahre alt und sie war mit ihren Arbeitskämpfen noch nie so präsent wie heute. Wir blicken zurück auf 40 Jahre Anachosyndikalismus in der Gewerkschaftsarbeit. Dazu haben wir das FAU Syndikat in Halle getroffen und mit Jan, Nepomuk und Max gesprochen.

            

 


Die IMPA: Eine Fabrik als Zufluchtsort im neoliberalen Argentinien

Mit dem Amtsantritt Mauricio Macris als argentinischer Staatspräsident hat im Dezember 2015 die erneute Rechtswende in Lateinamerika begonnen. Massenentlassungen, Inflation, unmäßige Preiserhöhungen bei der Energieversorgung und im öffentlichen Nahverkehr sowie Einschnitte ins soziale Netz sind die Folge.

Von Peter B. Schumann

Was bedeutet das beispielsweise für die IMPA, die erste argentinische Fabrik unter Arbeiterkontrolle? Dort wird Aluminium verarbeitet, das heißt die Stromkosten sind hoch. Sie wurden von der Regierung Macri im vergangenen Jahr um das fünffache angehoben. Muss die Belegschaft wieder auf die Solidarität der Bewohner in dem umliegenden Stadtbezirk zurückgreifen wie 2002, als der Staat kurz vor dem Bankrott stand, und viele Argentinier sich mit Tauschhandel über Wasser hielten?

Am Beispiel der IMPA erzählt das Feature vom Sozialabbau im Argentinien des wieder erstarkten Neoliberalismus.

Produktion: SWR/Dlf 2017

 


Interview Floretta Frauenmagazin bei Radio Flora mit FAU-Mitglied

Was ist die FAU und warum lohnt es sich gerade für Frauen, gewerkschaftlich aktiv zu werden? Diese und einige andere Fragen beantwortete eine Genossin aus dem Allgemeinen Syndikat der FAU Hannover im Interview mit Floretta, dem Frauen-Magazin bei Radio Flora. Der Beitrag wurde in der Reihe „Politisch engagierte Frauen“ zuerst am 12. Juli 2017 ausgestrahlt und kann hier angehört werden:

Interview mit Radio Flora vom 12.7.2017, Dauer: 9:27 min. (Link auf archive.org)



 

 

HIER GEHTS ZUR SEITE

 


Selbstverständnis

Frequenz (A) haben wir auf der Basis gestartet, dass wir uns alle  jenseits der herrschenden Verhältnisse dieser Knastgesellschaft ein freies Leben wünschen. Frequenz (A) begreift sich als Medienprojekt, welches über aktuelle Konflikte und Themen aus einer antiautoritären beziehungsweise anarchistischen Perspektive berichtet. Dabei steht für uns nicht im Fokus, dass die Dinge die wir beleuchten explizit anarchistisch sind oder einem bestimmten Szenekodex entsprechen.
Es geht uns darum eine Auseinandersetzung mit Themen anzuregen, welche sich nicht in einen vorgegebenen Rahmen pressen lassen.
Monatlich werden wir von den vielen kleinen und großen Kämpfen auf der Straße und im Privaten berichten. Wir tragen kontinuierlich zusammen was abgeht und arbeiten daran Frequenz (A) weiter zu entwickeln!

HIER GEHTS ZUR SEITE


„B(A)D NEWS – Angry voices from around the world“ is a monthly news program from the international network of anarchist and antiauthoritarian radios, consisting of short news segments from different parts of the world.

As an international network of radio projects, we believe in the importance of international solidarity. And we also recognize the importance and the need to create and disseminate our own media and counterinformation.

MEHR INFOS HIER

SEITE IM AUFBAU

 


PREKARIATE

Zeitarbeit in der Wissenschaft: Im Zwölf-Monats-Takt
Ein unbefristeteter Arbeitsvertrag? Für Nachwuchsforscher ist das so selten wie ein Sechser im Lotto. Stattdessen hangeln sie sich von einem Kurzzeit-Projekt zum nächsten, und nicht selten bleibt dabei die Forschung auf der Strecke.
Zur Sendung auf WDR5: Das Wissenschaftsprekariat vom 22.04.2013 (Thementag zur Leiharbeit)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.