Kalender der FAU Bielefeld – die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft

Hervorgehoben

Freitag, der 13.
Veranstaltungen und Treffen im Oktober 2020
im Gewerkschaftslokal der FAU Bielefeld, Metzer Str.20, 33607 Bielefeld, Tel.: 0521 78440978

Tag, Datum Uhrzeit Art der Veranstaltung
Freitag, 30.Oktober 20.00 Uhr Raben-Schwarzer Freitag: „Horror business“, Gedichte zu Halloween vom Anarcho-Punk Poeten Kai Wirtz

Durstexpress Leipzig: Nach dem Klatschen kommt die Kürzung

Pressemitteilung der FAU Leipzig vom 25.10.2020

Im Leipziger Standort des Getränkelieferanten Durstexpress versammelten sich am 15.10.2020 bei Schichtbeginn 17 Teilzeitbeschäftigte vor dem Niederlassungsleiter Patrick G., um gemeinsam aktiv ihre Arbeitskraft anzubieten. Nachdem noch vor wenigen Wochen infolge der Covid-19-Pandemie auch die Durstexpress-Mitarbeiter*Innen zu „Essential Workers“ erklärt und beklatscht wurden, erfolgte prompt eine Kürzung der angebotenen Schichten um bis zu 50 %, wodurch sie seit Oktober nicht einmal die ihnen garantierten Wochenstunden erarbeiten können. Es drohen existenzbedrohende Lohnausfälle. Gleichzeitig wurden Gewerkschaftsvertreter*Innen der FAU vom Standortleiter Patrick G. widerrechtlich des Geländes verwiesen, gewerkschaftliches Informationsmaterial verboten und eingesammelt.

Derzeit wird die Kommissionierung in Leipzig zum Großteil von etwa 50 Teilzeitbeschäftigten verrichtet und umfasst sämtliche anfallende Lagerarbeiten. Das Arbeitsverhältnis ist über unterschiedliche, überwiegend unbefristete Arbeitsverträge geregelt, die zehn, zwanzig, oder dreißig Wochenstunden umfassen. Insbesondere den Beschäftigten mit 30-Wochenstunden-Verträgen droht durch die aktuelle Arbeitszeitverkürzung finanziell der Ruin, da sie teilweise keine weitere Einkunftsquelle haben. Des Weiteren ist zu befürchten, dass die Durstexpress GmbH einen Teil ihrer Lohnarbeiter*Innen so zur Kündigung drängen will, wodurch Personalkosten gespart werden sollen – die sogenannte kalte Kündigung. Auf Nachfrage der Basisgewerkschaft FAU bei Durstexpress wollte der Niederlassungsleiter Patrick G. von den Problemen nichts gewusst haben. Dabei baten ihn die Beschäftigten in einer E-Mail bereits vor dieser Aktion um (weitere) offene Schichten. Auf Nachfrage wies er jede Verantwortung jedoch von sich und verwies auf die Berliner Zentrale von Durstexpress. Wiederum erklärte G. aber, dass die Beschäftigten im persönlichen Gespräch die Möglichkeit gehabt hätten, die Situation in Individualabsprachen zu klären. Dies habe aber seinen Angaben nach keiner der Beschäftigten versucht – eine glatte Lüge. Mehrere Beschäftigte suchten das Gespräch, wurden aber damit konfrontiert, dass die Änderungen „von Berlin so gewollt seien und sich hier nichts machen ließe“.

Daher gab Sören Winter, Pressesprecher der Freien Arbeiter*Innen Union Leipzig (FAU), folgendes Statement ab: „Ein Wille zur Lösung des Problems ist nicht erkennbar. Die Anfragen der Mitarbeiter*Innen an die Vorgesetzten oder die Personalabteilung werden entweder erst sehr spät oder gar nicht beantwortet. Vor Ort verweigerte der Standortleiter G. eine schriftliche Bestätigung, dass sie ihre Arbeitskraft angeboten hatten und wies sie allesamt ab.“ Das Anbieten der Arbeitskraft ist entscheidend, da sich Durstexpress nicht nur unmoralisch verhält, sondern seinen Vertragspflichten nicht nachkommt, wenn vereinbarte Stunden nicht zur Verfügung gestellt werden. Im Falle eines solchen arbeitgeberseitigen Annahmeverzugs, wäre Durstexpress immer noch zur Lohnzahlung im Rahmen der vertraglich vereinbarten Stunden verpflichtet.
Um die Organisierung der Mitarbeiter*Innen zu verhindern, geht Durstexpress seit Längerem mit fragwürdigen Methoden vor. So verhinderte der Getränkelieferant in der Berliner Niederlassung 2019 eine Betriebsratswahl durch Entlassung der verantwortlichen Arbeiter*Innen. Der Fall erregte bereits im letzten Jahr Aufsehen durch mediale Berichterstattung. Offenbar werden nun auch in Leipzig gewerkschaftliche Rechte der Koalitionsfreiheit direkt bekämpft. Diese sichern Gewerkschaften unter Anderem einen Besuch der Betriebe sowie die Information der Beschäftigten und insbesondere der Mitglieder am Arbeitsplatz zu. Niederlassungsleiter Patrick G. berief sich auf sein Hausrecht und verwies Gewerkschaftsvertreter*Innen des Geländes. Gewerkschaftliche Flugblätter wurden verboten und wieder eingesammelt, da sie den Betriebsfrieden stören würden.

Die momentane Situation zwingt uns jetzt zu einem entschiedenen Handeln, das keinen langen Rechtsstreit abwarten kann. Zudem ist es ein Dammbruch, Gewerkschaften den Betriebszugang zu verwehren, der keine Lappalie darstellt und nicht hingenommen werden kann. „Es liegt nun nicht nur an den mutigen engagierten Kolleg*Innen im Betrieb und der FAU, gegen dieses Unrecht vorzugehen. Alle sind aufgerufen, sich an anstehenden gewerkschaftlichen Aktionen gegen Durstexpress zu beteiligen, bis Arbeitnehmer*Innen– und Gewerkschaftsrechte geachtet und die Arbeitsplätze unserer Kolleg*Innen gesichert sind. Das Modell #Frustexpress darf nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer*Innen weiter Schule machen,“ schließt Winter mit Blick auf eine angesetzte Kampagne der FAU.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Es können Belege für die Sachbehauptungen vorgelegt werden. Auf Wunsch können wir Ihnen für O-Töne Kontakte zu Betroffenen bereitstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Sören Winter
Pressesprecher FAU Leipzig
Allgemeines Syndikat FAU Leipzig
Breite Str. 4
04317 Leipzig
Telefon: (+49) 0178/149 4224
E-Mail: kontakt.leipzig[at]fau.org
Webseite: leipzig.fau.org
Twitter: @FAU_Leipzig
Facebook: fb.com/FAULeipzig

Klatschen genügt nicht! Mehr Geld in den öffentlichen Dienst jetzt!

[Bielefelder Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus]

[mehr personal]

Kundgebung
am 23. Oktober 2020
um 16 Uhr in der Fußgängerzone
(Karstadt/Ecke Stresemannstraße)

Wer gedacht hat, dass der Beifall für die Beschäftigten, die in Berufen tätig sind, die vor allem in Zeiten der Pandemie von Bedeutung sind, zu deren besserer Bezahlung führen würde, hat sich getäuscht. Zurzeit finden zwischen dem Verband der Kommunalen Arbeitgeber (VKA) und verschiedenen Fachbereichen von ver.di Tarifauseinandersetzungen für den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes statt. Es geht um eine Erhöhung der Löhne in verschiedenen Branchen und um einige Fragen rund um die Arbeitszeit. Unter diesen Tarifvertrag fallen auch die kommunalen Krankenhäuser!
Der VKA hat darauf bestanden, dass es gerade jetzt in Zeiten von Corona zu einer tariflichen Auseinandersetzung kommt. Dann aber kein Angebot auf den Verhandlungstisch gelegt. Das Kalkül der Arbeitgeber ist, dass es den Beschäftigten in Corona-Zeiten schwerer fällt, ihre Interessen zu vertreten.

Dieser Haltung wollen wir als Bürger*innen der Stadt Bielefeld entgegnen: Ihr verhandelt nicht in unserem Auftrag!

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IHK Bielefeld: Kein „HomeSchooling“ für Risikopatienten?

FAU schütztDie Umschulung begann mitten in der Hochzeit der Pandemie und ohne Probleme konnte dem Unterricht von zu Hause gefolgt werden. Kein Wunder: handelt es sich doch um eine Lernform, bei der die Schüler*innen dem Unterricht virtuell folgen. Eine Bildkonferenz bildet einen virtuellen Klassenraum in dem sich dann die Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland zuschalten.
Geradezu prädestiniert für eine Unterrichtsform an der sich auch Menschen beteiligen können, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf Abstand zu ihren Mitmenschen gehen (müssen). Einer dieser Gründe ist das Coronavirus. Auch wenn ein Gemenge aus Nazis, Verschwörungstheoretiker*innen, Reichsbürgern, Antisemiten usw. in Berlin unlängst das Vorhandensein des Virus leugneten, ist die durch das Coronavirus erzeugte Lungenkrankheit Covid19 ein Fakt. Bei Covid19 handelt es sich um eine Erkrankung, deren Verlauf wegen der Neuheit dieser Viren nicht abzuschätzen ist. Im Besonderen gilt das für Risikopatienten mit Vorerkrankungen. Weiterlesen

[AUS DER DA] Build the Base – Build the Union

Die Erinnerung eines Wobblies an den Wiederaufbau des Syndikats in Richmond (Virginia)

Im Sommer 2017 zog ich mit meiner jetzigen Frau und Fellow Worker nach Richmond. Sofort nachdem wir ankamen und begannen die örtlichen Linken zu treffen, erfuhren wir, dass das Richmonder Syndikat der IWW nicht mehr bestand. Ich hatte das Gefühl, dass das nicht ganz zutreffen könnte, immerhin waren die Social-Media Accounts noch aktiv – wenn auch nicht arg. Allerdings gelang es mir trotz beharrlicher Kontaktaufnahmeversuche weder über Social-Media, noch per Mail, Kontakt aufnehmen. Bis ich schließlich zu einem Event in der Stadt ein IWW T-Shirt anzog. Prompt wurde ich von jemanden angesprochen, der sich als ein Fellow Worker vorstellte. Er versprach, mich mit weiteren IWW-Mitgliedern in Kontakt zu bringen.


 

[Internationales] Ferien für die Chefs auf Kosten unbezahlter Arbeit in Warschau? Gebt uns unseren Lohn!

Kundgebung vor der Stadtverwaltung in Poznań (23.11.2018): „Zuerst die Menschen – dann die Profite. Es reicht mit dem Bruch der Arbeiter*innenrechte.“

24. Juli 2020/Masowien

Der Kampf des Warschauer Sicherheitspersonals geht weiter. Sie informieren uns über den nächsten Betrug seitens ihrer Chefs. Die Gesamtsumme nicht gezahlter Gehälter und unbezahlter Arbeitsstunden nimmt zu. Bis heute wurden uns für den Zeitraum seit September 2019 insgesamt 3 748 nicht vergütete Stunden und fast 50 000 Złoty [umgerechnet ca. 11 341 Euro] an nicht gezahlten Löhnen gemeldet, die auf das Konto der miteinander verbundenen Vorstände der auf Warschauer Gebiet tätigen Securityfirmen gehen. Das ist die Spitze des Eisbergs, und wir warten auf die nächsten Anzeigen. Nur gemeinsam können wir mit der endgültigen Überwindung der Betrüger rechnen.


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[FAU Bern] Schwarzi Chatz #65 – Juli-August-Ausgabe erschienen

Aus dem Inhalt:

Weg mit der Arbeit auf Abruf

Die Corona-Pandemie hatte verheerende Folgen für einige Arbeiter*innen. Dabei verschärfte die Krise nur bereits bestehende Probleme. Eines davon ist und war die Arbeit auf Abruf. Die Ausweitung der Kurzarbeit auf diese Arbeitsform zeigte erstmals auf, wie viele Menschen prekär beschäftigt sind: Das Seco geht von 200‘000 Arbeiter*innen aus. Null-Stunden-Verträge müssen aufhören. Aktion am 29. August in Bern.


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Sommer-Ausgabe 2020 des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ erschienen

Die Redaktion der BUNĂ:

„Nach zwei Jahren Pause erscheint die siebte Ausgabe der BUNĂ. Bedingt durch Lohnarbeit und das Engagement in anderen ebenfalls wichtigen Projekten hat sich das Erscheinen der neuen Ausgabe so lange hingezogen. Beabsichtigt war dies nicht und wir sind bemüht, von nun an wieder mindestens zweimal im Jahr zu erscheinen. Wichtige Themen gibt es wahrlich genug. Wir beleuchten diese nach wie vor von einem anarchistischen und klassenkämpferischen Standpunkt aus.


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[Aus der DA] Über Drachen und Kämpfe

Zum Kampf der Textilarbeiter*innen der Dragon Group in Dhaka (Bangladesch)

Solidaritätskundgebung in Hamburg © FAU Hamburg

Auch in Dhaka, der Hauptstadt von Bangeladesch ist seit der COVID-19 Pandemie deutlich weniger los, doch immer wieder demonstrieren Hunderte voller Wut lautstark und mit roten Fahnen durch die Straßen.
Die aktuellen Proteste der Arbeiter*innen von Dragon Sweaters sind organisiert von der Gewerkschaft GWTUC. Diese vertritt rund 90 % der Beschäftigten. Seit einigen Jahren existieren bei Dragon Sweaters Komitees auf Fabrikebene. Der Konzern ist Teil eines großen Konglomerats namens Dragon Group, die von einem einflussreichen Geschäftsmann geleitet wird, Golam Quddus. Sie haben nach Auskunft der Gewerkschaft auch in der Vergangenheit schon Löhne nicht gezahlt, und Union Busting betrieben, sodass die Firma gegen über der Mehrheit der Beschäftigten der Fabrik jahrelange Zahlungsrückstände hat.


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[Pressemitteilung] FAU Freiburg erstreitet erfolgreich Abfindung im Fall einer coronabedingten Kündigung beim Studierendenwerk Freiburg

Die Hochschul-Sevice-gGmbH, eine 100%-ige Tochterfirma des Studierendenwerks Freiburg (SWFR), kündigte zum Juli allen ihren studentischen Hilfskräften aufgrund von Umsatzeinbußen wegen der Corona Pandemie. Ein Mitglied der Basisgewerkschaft FAU ging daraufhin gegen seine Kündigung juristisch vor. In der heutigen (2.7) Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Freiburg konnte die FAU Freiburg erfolgreich eine Abfindungszahlung für den Betroffenen erstreiten.

 


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