Amazon entlässt eine geschützte Inicjatywa Pracownicza-Vertrauensfrau. Amazon soll dafür bezahlen!

Am 9. November 2021 hat Amazon Polen Magda Malinowska gekündigt, die
seit sechs Jahren in dessen Logistikzentrum in Sady bei Poznań
gearbeitet hat. Magda ist eine geschützte Gewerkschaftsvertreterin und
Mitglied der Inicjatywa Pracownicza (IP)sowie eine gewählte
Arbeitsschutzinspektorin. Sie ist eine langjährige Aktivistin der
Inicjatywa Pracownicza, dreht Dokumentarfilme über die
Arbeiter*innenbewegung und ist Mitbegründerin der Amazon Workers
International.

Amazon führt als formalen Grund für die Entlassung das angebliche
„Filmen oder Fotografieren des Überführens einer Leiche“ an. Dabei
geht es vermutlich um einen Mann, der am 6. September 2021 in dem
Lagerhaus starb. In einem laufenden Gerichtsverfahren wird untersucht,
ob Fahrlässigkeit seitens des Unternehmens dazu beigetragen hat. Die
Anschuldigung gegen die Gewerkschafterin ist völlig unbegründet. Magda
Malinowska war als anerkannte Arbeitsschutzinspektorin besorgt, dass
nach dem Tod des Kollegen die ordnungsgemäßen Maßnahmen ergriffen
wurden. Aus diesem Grund bat sie Amazon um Aufnahme in das Team für
die Unfallnachsorgemaßnahmen, was jedoch abgelehnt wurde. Sie hatte
kein Interesse daran, eine Leiche zu filmen oder zu fotografieren,
wollte aber die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen im Falle von
Unregelmäßigkeiten überwachen.
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Hammerharte Tatsachen bei der Hammer Mühle

Für die FREIE ARBEITER:INNEN UNION Bielefeld war es manches mal eine Wohltat: nach hitzigen Arbeitstreffen noch gemeinsam ein kühles Getränk unter den Platanen in einen von Bielefelds schönsten Biergärten zu genießen: draußen, im Schatten unter den Platanen, neben der Hammer Mühle. Nun wurden am 11.11.2021 in den frühen Morgenstunden Tatsachen geschaffen, indem der Neubesitzer des Hauses an der Mühlenstraße 54 eine drohende Verfügung gegen einen Abriss aus Gründen des Denkmalschutzes zuvor kam, indem eben dieser (Teil-)Abriss quasi in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vollzogen wurde.

Gut, man könnte sagen, ein Besitzer könne schließlich mit seinem Eigentum machen, was er wolle, oder? Doch genau an diesem Knackpunkt liegt nach unserer Auffassung der Hase im berühmten Pfeffer. Wem gehört das Viertel, die Stadt, die Welt? Sollten die Menschen im Viertel nicht über die Ausgestaltung ihrer Nachbarschaft mitreden dürfen oder gar mitentscheiden müssen? Genau dies geschah ja mit einer Petition für den Erhalt der Mühle.

Doch in einer Gesellschaft, in der das Privateigentum an Häusern und Produktionsmitteln als unantastbares Gut und höchste Instanz gilt, ist ein gemeinsamer Kampf um die Interessen vieler leider oftmals wie der vielzitierte Kampf gegen Windmühlen.

Solidarität mit der Hammer Mühle

Die Gewerkschafter:innen der FAU Bielefeld haben die Nase gestrichen voll davon, immer wieder aufs Neue vor vollendete, dem Markt und dem Profit geschuldete Tatsachen gestellt zu werden. Wir kämpfen gemeinsam und solidarisch um das, was uns zusteht, nicht nur um ausstehende Löhne, gegen zu hohe Mieten, auch um einen geselligen Platz, um uns nach Feierabend zu treffen. Wir wollen die Entscheidungen, die unser Leben und unsere Umwelt betreffen, selber treffen, gerne mit allen Menschen aus dem Viertel, aus Bielefeld, aus OWL und darüber hinaus. Unsere Erfahrung sagt uns, das wir nur etwas bekommen, wenn wir dafür kämpfen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

FREIE ARBEITER:INNEN UNION BIELEFELD

Solidaritätsdemo mit den Streikenden an der Universitätsklinikum Bonn!

Solidaritätsdemonstration für die Streikenden am Universitätsklinikum Bonn am 16.11.21!

Für einen besseren Personalschlüssel in der Pflege, für eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte, für ein Gesundheitssystem, das auf die Gesundheit der Patient*innen statt auf Profite abzielt und gegen weitere Privatisierungen!

Überstunden, 12 Tage Arbeit, 2 Tage frei und ein Personalschlüssel, der schon im Normalbetrieb nur eine Minimalversorgung zulässt: das war der Zustand des Gesundheitssystems vor der Pandemie. 2,5 Jahre später sind viele Beschäftigte ausgebrannt. Die Beschäftigten der Uniklinik in Bonn und an vielen weiteren Orten haben, unterstützt von Verdi, den Arbeitskampf aufgenommen.

Weiterlesen unter: Es hat sich ausgeklatscht, wir brauchen Veränderung!

#BloodMoneyMyanmar bei Chevron in Hamburg – Solidarität mit den Arbeiter:innen in Mianmar

Bis zu 20 Personen beteiligten sich an der gemeinsamen Kundgebung der Basisgewerkschaften FAU und IWW Hamburg vor dem Europabüro des Eröl- und Gaskonzerns Chevron am Freitag, 12.11.2021.

Auf dem Markt in Deutschland ist Chevron überwiegend mit der Marke Texaco vertreten und vertreibt Schmier- und Betriebsstoffe für Diesel- und Gasmotoren. Zum Texaco- (also Chevron) Sortiment gehören Produktreihen unter den Namen Havoline, Delo, HDAX sowie Techron.

Chevron ist in Deutschland überwiegend mit der Marke Texaco aktiv und vertreibt über diese u.a. Schmierfette, Motorenöle, etc.
TotalEnergies hingegen ist breiter aufgestellt und hat diverse Niederlassungen bundesweit, u.a. eine Raffinerie in der Nähe von Leipzig (Leuna), diversen Tankstellen und dem Sitz der Total Deutschland GmbH in Berlin am Hauptbahnhof.

Solidarität mit den Arbeiter:innen in Mianmar

Alle, die die Blood Money Campaign unterstützen, sollten helfen Druck auf die beteiligten Unternehmen auszuüben!
1. Stoppt alle Einkommensströme von internationalen Unternehmen an die Militärjunta!
2. Alle für die Regierung bestimmten Zahlungen müssen eingefroren werden, bis die Demokratie in Myanmar wiederhergestellt ist. Die Zahlungen sollten in der Zwischenzeit auf Treuhandkonten geparkt werden!
3. Regierungen auf internationaler Ebene sollen Sanktionen gegen die MOGE verhängen, deren Konten nun das Militär kontrolliert!

Mehr zum Protesttag in Hamburg

Warum die Öl- und Gasindustrie?
Die Einnahmen aus den Öl- und Gasunternehmen fließen über das staatliche Myanmar Oil and Gas Enterprise (MOGE) an das Militär. MOGE ist faktisch eine Abteilung des Ministeriums für Elektrizität und Energie (MOEE) und ist vier Joint Ventures für vier verschiedene Offshore-Gasprojekte eingegangen: Das Yadana-Projekt (betrieben von TotalEnergies und Chevron), das Shwe-Projekt (betrieben von POSCO International), das Zawtika-Projekt (betrieben von PTTEP) sowie das Yetagun-Projekt (betrieben von Petronas – allerdings ist die Produktion derzeit eingestellt). Etwa 80% des Gases wird über Pipelines nach Thailand oder China exportiert. Die MOGE fungiert als Einnahmequelle für die Lizenzgebühren, Gewinnanteile und Boni des Staates. Seit Etablierung der Militärdiktatur im Februar hat dieses die Kontrolle über alle Bankkonten der Regierung, einschließlich der Konten der MOGE.
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Gewerkschaftliche Beratung und FAU-Café

Jeden 2.Montag: 16 – 18 Uhr
 

Die gewerkschaftliche Erstberatung und das FAU-Café sind offen für alle, die mit Problemen in Betrieb oder Amt zu kämpfen haben. Dies betrifft z.B. ausstehende Löhne, Schikanen oder Kündigungen.
Wir entwickeln gemeinsam mit euch Strategien, wie wir deine persönliche Situation im Betrieb oder beim Amt verbessern und Forderungen gewerkschaftlich durchsetzen können.
Das FAU-Café ist auch eine Einladung an Menschen, die miteinander reden, sich austauschen wollen, über das Berufliche hinaus. Was gibt es sonst noch in Leben, im Haus, im Stadtteil, in der Welt? Oder einfach da sein, reden, schweigen, was trinken, in den Büchern stöbern oder…
Komm rein und schau dich um!
Die kommenden Termine:
25.10. | 08.11. | 22.11. | 06.12. | 20.12.

FAU als Schwerpunkt in „contraste -zeitungfürselbstorganisation“

„Kann eine Gewerkschaft als basisdemokratische Organisation ohne bezahlte Funktionäre in der Bundesrepublik funktionieren? Diese Frage versucht die anarchosyndikalistische FAU (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union) seit Jahrzehnten positiv zu beantworten. In den letzten Jahren konnten zunehmend erfolgreiche Kämpfe geführt und Mitglieder gewonnen werden.“

Aus der Einleitung zum Themenschwerpunkt FAU in der Juni-Ausgabe.

MEHR INFOS

Vergleich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Sachen gewerkschaftliches Betätigungsverbot

[INTERNATIONALES / POLEN]

Die Inicjatywa Pracownicza bekommt im Rahmen eines vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geschlossenen Vergleichs von der Regierung der Republik Polen 12.000 Euro. Der Vergleich beendet ein sechsjähriges Verfahren, in dem unsere Gewerkschaft dem polnischen Staat die Einschränkung der Meinungsfreiheit und des Rechts auf Vereinigung und auf Gründung von Gewerkschaften vorgeworfen hat.

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Die Kranführer*innen aus Warschau und Masowien sagen: Schluss mit den Niedriglöhnen!

[INTERNATIONALES]

Seit dem 19. April protestieren Kranführer*innen in Warschau für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne; in der Folge schlossen sich Kolleg*innen aus weiteren Städten an

„Am 19. April begann der Protest der Kranführer*innen aus der Woiwodschaft Masowien. Die Protestierenden fordern den Abschluss einer Vereinbarung zur Regelung der Beschäftigungsbedingungen und der Löhne in der Baubranche. Ungefähr 1/4 der Kranführer*innen in Warschau (d. h. 50 Personen) unterschrieb einen Aufruf, der die Forderungen des Warschauer Betriebsübergreifenden Bauausschusses der IP unterstützt [s. u.], und protestiert in Form von Urlaub auf Verlangen, Arbeitsverweigerung oder der Teilnahme an Streikposten vor den Büros der wichtigsten Firmen-Eigentümer*innen von Kränen (Herkules, Layster Group, Trinac Polska). Sowohl die Firmen-Eigentümer*innen der Kräne, als auch die Vermittler*innen, die für die Beschäftigung der Kranführer*innen verantwortlich sind, erhielten Schreiben, die die Aufnahme von Verhandlungen über eine Vereinbarung zur Regelung der Arbeitsbedingungen und der Entlohnung in der Baubranche forderten. Falls sie unbeantwortet bleiben, werden in den kommenden Tagen weitere Protestaktionen stattfinden.

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Kundgebung der FAU Bielefeld zum Worker´s Memorial Day

Bei Sonnenschein hielt die FAU Bielefeld ihre Kundgebung zum Worker`s Memorial Day auf dem Siegriedplatz ab. Neben einem Redebeitrag wurden Flyer und die brandneue Verteilzeitung der DIREKTEN AKTION unter die Leute gebracht. Der musikalische Beitrag, bestehend aus den Liedern „Die letzte Schlacht gewinnen wir“ und „Keine Macht für Niemand“ von den Scherben, hat zumindest eine Person dazu bewogen, das Tanzbein zu schwingen.

Folgend der Flyer-Text:

Der Toten gedenken – für die Lebenden kämpfen!

(Tödliche) Arbeitsunfälle werden von Kapitalisten immer noch und immer öfter leichtfertig für höhere Gewinne in Kauf genommen. Dagegen müssen wir uns wehren! Und wir wollen an diejenigen erinnern, die Anderen ihre Arbeit gaben und für deren Profite sterben mussten.

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Workers Memorial Day 2021

Kundgebung
zum Gedenken und Erinnern an die vom Kapitalismus getöteten,
verstümmelten, vergifteten und verletzten Arbeiter:innen

am 28.04.2021, 17 Uhr
auf dem Siegfriedplatz, Bielefeld

Plakat WMD'21

Warum tun wir dies?
Wir wollen daran erinnern, das in jedem Jahr weltweit …
… mehr als zwei Millionen Arbeiter:innen an den Folgen eines Arbeitsunfalls
oder von Berufskrankheiten sterben
… sich schätzungsweise 270 Millionen Arbeitsunfälle ereignen
… etwa 160 Millionen Menschen an arbeitsbedingten Krankheiten erkranken
… giftige Substanzen 440.000 Arbeiter:innen töten, wobei allein Asbest für
etwa 100.000 Tote verantwortlich ist
… alle 15 Sekunden ein:e Arbeiter:in stirbt, 6.000 Arbeiter:innen am Tag,
wonach mehr Menschen durch Arbeit sterben als durch Kriege.
Auch in Bielefeld sterben und verunfallen jährlich viele Arbeiter:innen auf
Baustellen, in der Industrie, im Krankenhaus usw. …(z.B. erinnern wir an den
tödlichen Unfall auf der Baustelle im Telekom-Hochhaus am 11.09.2019 am
Kesselbrink)

Wir fordern
– Sicherheit am Arbeitsplatz, Stopp dem Töten von Arbeiter:innen
– kostenlose Sozialversicherungen und freier Zugang zum Gesundheitssystem
– Keine Gifte am Arbeitsplatz
– Anerkennung von und schnelle Hilfe bei Burnout, Depressionen und weiteren
psychischen Erkrankungen
– mehr Zeit für Regeneration: 30 Stunden-Woche bei vollem Monatslohn

FAU Bielefeld