★ Vergleich über Mobbing-Fall bei Flink

aus: Vergleich über Mobbingfall

★ Ein Aufruf zum Widerstand

von aktion ./. arbeitsunrecht

Es ist absurd: Angriffe auf die Arbeiterklasse sollen „Reformen“ sein?
Wenn Politiker heutzutage an „Reformen“ basteln, gilt für die die arbeitende Bevölkerung Alarmstufe rot. Heutzutage sind damit gemeint: frontale Angriffe auf Renten, Lohnniveau, Arbeitsbedingungen und Gesundheitsversorgung.
Ein Ausweg aus der Krise ist gemäß der Mainstream-Propaganda heute nur noch in einer Richtung zu suchen: Den Armen nehmen, um den Reichen zu geben. Lohnstückkosten und Lohnnebenkosten senken. Wer sich dagegen stellt, gilt als „Besitzstandswahrer“ und „Bremser“, als „realitätsfremd“ und „ewig gestrig“.

Wie konnte es soweit kommen?
Wir vermuten: Die Herrschenden haben keinen Respekt mehr vor der arbeitenden Bevölkerung. Es fehlt die Bedrohung. Es fehlt das Korrektiv. Die da oben glauben, dass sie sich alles erlauben können. Sie verlieren die Anbindung an die Realität, träumen vom Mars und von Olympischen Spielen. Dabei kriegen sie nicht mal Brücken und Schulen instand gesetzt.

Der Gegendruck von unten, von der Straße, fehlt seit langem.
Wir haben nichts gegen Reformen im ursprünglichen Sinne. Wir sind für die Verbesserung der Lebensverhältnisse. Angriffe auf die arbeitende Bevölkerung lehnen wir ab – also genau das, was uns heute als Reform verkauft werden soll. Es wird Zeit, dass wir uns zusammen schließen und aktiv werden.

Was wir wollen
★ 8 Stunden Arbeit reichen. Verteidigen wir den 8-Stunden-Tag!
★ Stop Union Busting. Für aktive Betriebsräte und kampfbereite Gewerkschaften!
★ Rente mit 65 für alle.
★ Bürgerversicherung statt Profite. Gesundheitsversorgung stärken.
★ Gut und günstig wohnen. Mietpreisbremse. Miethaie enteignen! Sozialen Wohnungsbau ankurbeln. Leerstand beschlagnahmen. Mietwucher bestrafen.
★ ÖPNV flott machen. Für alle. Den Deutsche Bahn-Sumpf austrocknen.
★ Holt es von den Reichen. Vermögenssteuer und Enteignungen! Steueroasen schließen.
★ Genossenschaften gründen. Die Wirtschaftsform der Zukunft. Für die Produktion, das Wohnen, den Konsum. Ökologisch, sozial, demokratisch.
★ Für ein friedliches Deutschland. Für menschliche Produkte. Militarisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft stoppen. Die Kriegskredite plündern den Sozialstaat.
Quelle: Reformschrott

★Arbeitskampf-Rave: Bässe gegen Ausbeutung in Castrop und überall!

Am 10.06. waren wir mit zahlreichen Unterstützerinnen, lauter Musik und Redebeiträgen ausgestattet in Castrop für einen Arbeitskampf unterwegs – der schon beim Aufbau erste Früchte trug, als der Arbeitgeber unsere Mitglieder beleidigte und bedrohte, sobald er auf sie aufmerksam wurde.

Schnell zogen wir jedoch andere Aufmerksamkeit auf uns, denn Menschen aus den umliegenden Betrieben wurden neugierig und solidarisierten sich mit uns, als wir ihnen die Lage erklärten: Einem unserer Mitglieder und zahlreichen seiner Kolleg*innen wurden nämlich tausende an Euros nicht ausgezahlt, nachdem sie aus halbseidenen Gründen gefeuert wurden.

Neben Musik von @social_bassline_theory / @aporia.music, zu der ordentlich getanzt, gefeiert und Seifenblasen versprüht wurden, gab es Redebeiträge vom betroffenen Mitglied, der FAU Ruhr, Widersetzen Bochum, dem ABC Ruhr und dem @hartz.cafe.do. Wir haben Stimmung gemacht gegen Ausbeutung bei der Arbeit (legale und illegale), Faschismus, Zwangsarbeit in Gefängnissen und beim Jobcenter.

Und auch, dass der Arbeitgeber mehrfach die Polizei wegen angeblicher Lärmbelästigung gerufen hat, konnte die Stimmung nicht schmälern. Wenn die Musik nicht lauter sein darf als die flatternde Zeltplane, dann wird halt spontan gesungen.

Wir konnten also nicht nur unsere Forderungen nach den ausstehenden Zahlungen laut und deutlich vertreten, sondern hatten auch dann noch Spaß, als der Chef mit seiner G-Klasse längst abgehauen war.

Quelle: FAU Ruhr

★ 6 OF LA SUIZA sind endlich frei! – Gewerkschaftsarbeit ist kein Verbrechen!

Wie ihr euch vielleicht erinnert, wurden unsere sechs Genoss*innen aus Xixón (Asturien, Nordspanien) am 10. Juli letzten Jahres inhaftiert (wir haben hier darüber berichtet: https://www.iclcit.org/6-of-la-suiza-in-jail/). Gemäß den Vorschriften des spanischen Strafvollzugs und aufgrund der Bedingungen ihrer Strafen wurden sie in den dritten Grad (3er grado) eingestuft, was bedeutet, dass sie abends ins Gefängnis mussten, tagsüber aber bei ihren Familien sein oder einer Arbeit nachgehen konnten. Außerdem beantragten mehrere Gewerkschaften landesweit eine Begnadigung, wodurch sie vollständig aus der Haft entlassen worden wären.

Die Freilassung erfolgte vor einigen Tagen, fast zehn Monate nach ihrer ersten Nacht im Gefängnis, allerdings nur teilweise. Ja, unsere Genossinnen sind nun frei (nach vielen Monaten, in denen sie in einer Zelle in einem Etagenbett schliefen – Zeit, die sie nie wieder zurückbekommen werden), doch ihnen drohen weiterhin erdrückende Geldstrafen. Das heißt, der finanzielle Teil des Urteils bleibt bestehen, ebenso wie die Anwaltskosten und die Verfahrenskosten. In Anbetracht der Tatsache, dass unsere Genossinnen gar kein Verbrechen begangen haben, erscheint uns das alles ungerecht, ob mit oder ohne Begnadigung.

Wie uns unsere Genossinnen von der CNT in Erinnerung rufen, ist dies jedenfalls nicht der Herzensgüte einiger linker Politikerinnen zu verdanken (auch wenn diese sich den Verdienst dafür schnell zugeschrieben haben), sondern das Ergebnis einer langen internationalen Solidaritätskampagne. Monatelang haben sich Hunderttausende weltweit versammelt, Kampagnen geführt, zu Spendenaktionen beigetragen, Erklärungen abgegeben und den Druck aufrechterhalten. Falls du oder deine Gewerkschaft Teil dieser Bemühungen warst, vielen Dank. Vergessen wir nicht: Wenn unsere Genoss*innen heute Abend bei ihren Liebsten sind, dann verdanken wir das euch.

Wie die CNT in der Erklärung sagt, sind wir heute froh, dass unsere Genossinnen und Genossen frei sind, aber vergessen wir nicht, dass sie gar nicht erst ins Gefängnis hätten kommen dürfen

Quelle: 6 of la suiza update

Eine ausführliche Erklärung zu den Hintergründen des Falls und zur Situation unserer Genoss*innen findet ihr hier (auf Spanisch)

★ Global May Day 2026

„Unser siegreicher Schlachtruf lautet: Wir wollen nur die Erde!“
– James Connolly, We Only Want the Earth (1907)

Weltweit setzt sich der unaufhaltsame Niedergang des Kapitalismus fort. Und weltweit erhebt der Autoritarismus erneut sein Haupt. Von der Unterdrückung von Antifaschistinnen über die brutalen Kriege gegen Genossinnen in Rojava und Myanmar bis hin zu den jüngsten Angriffen auf die Gen Z in Indonesien, Kenia, Madagaskar, Nepal und Togo. Es scheint, als würden die reaktionären Kräfte alles in ihrer Macht Stehende versuchen, um die Hoffnung auf eine bessere, gleichberechtigtere und freie Welt zu zerstören. Der Aufstand in Bangladesch im Juli 2024 kann kritisch als ein Moment des Massenkampfes beschrieben werden, in dem die Klasse der Lohnabhängigen große Opfer gebracht hat. Doch seine Folgen offenbaren eine widersprüchliche Realität: den Aufstieg islamistischer Fanatiker und die anhaltende Präsenz imperialistischer Kräfte, die auch nach dem Aufstand weiterhin Arbeiter*innen unterdrücken und töten. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit für Lohnabhängige, autoritären Entwicklungen stets kritisch gegenüberzustehen und sich weiter zu organisieren.

weiterlesen auf: globalmayday.net

Schwerpunkt des Global May Day 2026
Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der Mobilisierung auch auf dem Kampf der Arbeiter*innen auf den Teeplantagen in Bangladesch. Das Tea Workers‘ Trade Union Center (TWTUC) unterstützt den Aufruf und Monisha (TWTUC) hat eine Audio-Nachricht für Genossis weltweit aufgenommen, welche gerne bei Veranstaltungen am 1. Mai abgespielt werden kann.

Übrigens, aktuell haben 24 Föderationen/(Basis)Gewerkschaften/Gruppen weltweit angekündigt ihre Aktionen am 1.Mai mit dem Aufruf zum Global May Day 2026 zu verknüpfen- so viele, wie noch nie zuvor.

☆ All Pakistan Federation of United Trade Unions (APFUTU)
☆ Association of Base Workers (ATB, Rio de Janeiro)
☆ Dabindu Collective Union (Sri Lanka)
☆ ESE – Libertarian Labour Union (Greece)
☆ Federation of Cascadian Anarchists and Syndicalists (FCAS)
☆ Federation of General Workers Myanmar (FGWM)
☆ Federation of Revolutionary Syndicalist Organizations of Brazil (FOB)
☆ Free Workers‘ Union (FAU, Germany)
☆ GABRIELA – Alliance of Filipino Women (Philippines)
☆ Garment Workers‘ Trade Union Center (GWTUC, Bangladesh)
☆ General Confederation of Labour (CGT, Spain)
☆ Industrial Workers of the World (IWW WISE-RA, Europe)
☆ IWW Seattle (USA)
☆ Popular Land Liberation Organization (Ceará/Brasilien)
☆ National Confederation of Labour (CNT, France)
☆ National Confederation of Labour (CNT, Spain)
☆ Rocinante (Greece)
☆ SAC – Syndikalisterna (Sweden)
☆ Sindikasi Jogja (Indonesia)
☆ Sisters 2 Sisters (Myanmar)
☆ Socialist Rifle Association Portland (PDX-SRA, USA)
☆ Solidarity Collective Thailand
☆ Tea Workers‘ Trade Union Center (TWTUC, Bangladesh)
☆ Thai Workers‘ Union

★Landarbeits-Gewerkschaft: Kein Spargel für die CDU!

Am 26. Februar 2026 stimmte der CDU-Parteitag in Stuttgart laut Medienberichten¹ einstimmig für einen Antrag, der ausländischen Saisonkräften den Mindestlohn versagen soll. Das ist ein Angriff auf das Lohnniveau aller Beschäftigten in der Branche. Die Gewerkschaftsinitiative IGG-FAU verurteilt diesen neuerlichen Vorstoß und droht mit bundesweiten Aktionen. Sie fordert schon seit 2025 15€ Mindestlohn für alle Beschäftigten der Branche.²

Jasmin Hofer, eine Sprecherin der IGG: „Die CDU profiliert sich mit den Angriffen auf Renteneintrittsalter, 8-Stunden-Tag, Teilzeit-Regelungen, Krankschreibungen, Erwerbslosen-Rechte uvm. zunehmend als eine Partei gegen die Rechte aller abhängig Beschäftigten. Nun sollen deutsche gegen ausländische Arbeiter:innen ausgespielt werden. Doch sinkt der Lohn für die einen, sinkt das Lohnniveau erfahrungsgemäß für alle. Übrigens in der Branche, die uns ernährt und in der permanent über Fachkräftemangel geklagt wird.“

„Letztlich sollte niemand, der für diesen Antrag gestimmt hat, noch Spargel oder Erdbeeren zu kaufen bekommen“, so Hofer, „vorerst planen wir aber zunächst andere gewerkschaftliche Kampagnen gegen die Partei. Auch die SPD als Koalitionspartner behalten wir natürlich im Auge.“

Vor allem migrantische Saisonarbeitskräfte machen etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Beschäftigten in Deutschland aus. Sie arbeiten vor allem in arbeitsintensiven Sonderkulturen und kleinen bis mittelgroßen Landwirtschaftsbetrieben. Sie gehören schon jetzt zu der Berufsgruppe mit der schlechtesten Bezahlung, den längsten Arbeitstagen, sowie den meisten (oft auch tödlichen) Unfällen.³ Die IGG fordert eine komplette Angleichung der Arbeitsverhältnisse für migrantische Saisonkräfte u.a. hinsichtlich Sozialversicherung, Löhnen und Arbeitsrechten. In ihrem betrieblichen Grundsatzpapier hat die Gewerkschaft im Mai 2025 per Urabstimmung den Kampf für 15€ als Lohnuntergrenze für alle Beschäftigten in den Bereichen Gartenbau, Forst, Landwirtschaft und Umweltberufe beschlossen.

¹ https://www.fr.de/wirtschaft/mindestlohn-soll-nicht-mehr-fuer-alle-gelten-cdu-parteitag-der-zr-94180686.html

² Hier sind die betriebspolitischen Forderungen der IGG zu finden:
https://gruene-gewerke.fau.org/?page_id=426

³ Im Jahr 2021 und 2023 verloren 125 Kolleg:innen in den Grünen Gewerken ihr Leben, 2022 waren es 117.
https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/landtechnik/toedliche-unfaelle-landwirtschaft-landwirte-wissen-muessen-579569

Bildquelle: https://pxhere.com/de/photo/987956

Quelle: Kein Spargel für die CDU

★ Wiedereinstellung entlassener Gewerkschafter! Für bessere Arbeitsbedingungen bei NH Hotels! Arbeitskonflikt CNT Spanien vs. NH Hotels

Mehr als ein Jahr nach der Entlassung zweier Mitglieder der Betriebsgruppe der CNT Spanien in NH Hotels Barcelona, darunter auch der Gewerkschaftsvertreter, bleibt die Betriebsgruppe im Unternehmen aktiv und hat Erfolge erzielt, wie die Installation einer Klimaanlage in der Küche eines Hotels oder auch dass mehrere befristete Arbeitsverträge in unbefristete umgewandelt wurden.

Jetzt naht die Gerichtsverhandlung über die Wiedereinstellung der entlassenen Kolleg:innen. Trotz der Drohung des Unternehmens, die Gewerkschaft könne ihre Aktionen nicht ein Jahr lang, bis zum Prozessbeginn, aufrechterhalten, wurden diese nicht nur beibehalten, sondern ausgeweitet – auch dank der Unterstützung vieler Syndikate der CNT Spanien und mehrerer IKA-Gewerkschaften (IKA= International Confederation of Labor, unsere internationale Föderation). Vor dem Gerichtstermin am 25. März 2026 ruft die CNT Spanien zu internationaler Solidarität auf, um den Druck auf NH Hotels zu erhöhen.

Quelle: Wiedereinstellung entlassener Gewerkschafter: Solidaritaetsaktion vor NH-Hotels

★ Wehrpflicht

[FAU Hamburg]


Am 26. Dezember veröffentlichten wir hier einen Text in Solidarität mit den Bildungsstreiks gegen die Wehrpflicht. Es folgt nun ein weiterer Text zum Thema Wehrpflicht und bewaffnete Verteidigung. Die Meinungen zu diesem komplexen Thema gehen in unserem Syndikat auseinander. Wir möchten diesen Text aber trotzdem veröffentlichen, da wir denken, dass wir als libertäre Bewegung auch Meinungsverschiedenenheiten aushalten sollten und Diskurse mithilfe von solidarischer Kritik führen können. Der Beitrag spiegelt dabei die Meinung eines Teils des Syndikats wieder.

Wenn man die Schlagzeilen in Deutschland verfolgt scheint die Welt von Tag zu Tag gefährlicher zu werden. Und für viele Menschen in Deutschland und dem sogenannten „Westen“ ist das wohl auch der Fall. Denn nicht nur die Klimakatastrophe, der Zerfall erkämpfter Arbeits- und Persönlichkeitsrechte und das zunehmend autoritäre Auftreten der gewählten Regierungen bis hin zu offenen Angriffen auf die repräsentative Demokratie bedrohen die Menschen hier. Auch die Möglichkeit eines offenen Krieges und der bereits stattfindende hybride Krieg lässt Diskussionen aufkommen von denen sich wohl viele erhofft hatten sie nie mehr führen zu müssen.[1] So auch die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland.

„★ Wehrpflicht“ weiterlesen

★ Auch „Probearbeit“ muss bezahlt werden!

[FAU Freiburg]


Ein FAU Mitglied arbeitete mehrere Tagen in einem Fitnessstudio bevor das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet wurde. Den Lohn für ihre Arbeit erhielt sie jedoch nicht! Die Kollegin gab sich damit aber nicht zufrieden und holte sich Rat und Unterstützung. Am Ende konnte eine zufriedenstellende außergerichtliche Einigung erzielt werden.

Das betroffene FAU Mitglied verabredete mit ihrem Chef ein Probearbeiten. Nach diesem Kennenlernen der Arbeit wurde via Messenger mündlich ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vereinbart. Sie wurde durch eine Kollegin in den Schichtplan eingetragen und arbeitete an drei Terminen – zeitweise völlig eigenständig. Die Arbeitszeiten wurden ihr durch den Chef vorgegeben. Sie übernahm die selben Aufgaben wie alle anderen Mitarbeiter:innen auch. Aufgrund unterschiedlicher die Arbeit betreffender Vorstellungen wurde das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet. Als die Kollegin nach ihrer Bezahlung für die geleistete Arbeit fragte, winkte der Chef ab. Wiederholte Kontaktversuche wurden abgeblockt.

Die Kollegin wollte das so aber nicht akzeptieren und holte sich Rat und Unterstützung. Gemeinsam wurde ein Forderungsschreiben verfasst und eine Klage beim Arbeitsgericht eingereicht. Der Druck wirkte: Plötzlich bewegte sich der Arbeitgeber und die Kollegin konnte – ohne aufwändigen Gerichtsprozess – eine für sie zufriedenstellende außergerichtliche Einigung erzielen. Der Chef zahlte ihr eine niedrige dreistellige Summe. Oft sind Chefs der Meinung „Probearbeit“ müssten sie nicht bezahlen. Dies stimmt so nicht! Fakt ist: Sobald man an Weisungen des Chefs gebunden ist, nicht kommen- und gehen darf wann man will (z.B. feste Einteilung in einen Schichtplan) und die selben Arbeiten ausführt wie alle anderen Mitarbeiter:innen muss man dafür auch bezahlt werden. Das, was umgangssprachlich häufig als „Probearbeiten“ bezeichnet wird, heißt juristisch korrekt eigentlich „Einfühlungsverhältnis“ – das liegt aber nur vor, wenn man tatsächlich die Rolle eines Besuchers hat. Gehen die Verpflichtungen weiter als das, kann ein Anspruch auf Bezahlung entstehen.

Manche Unternehmen nutzen die Unwissenheit vieler Arbeiter:innen immer wieder aus und prellen diese um ihren Lohn: Auch im vorliegenden Fall „probearbeitete“ eine Mitarbeiterin des FAU-Mitglieds schon sage und schreibe 6 Wochen ohne Bezahlung!

Vorliegender Fall zeigt aber auch: Es lohnt sich, seine Rechte zu kennen!

Wir können alle Arbeiter:innen nur dazu ermutigen, sich an entsprechende Beratungsstellen zu wenden und sich gewerkschaftlich zu organisieren. Nur gemeinsam können wir unsere Rechte verteidigen!

Material: Broschüre „Deine Rechte im Job – Eine Einführung ins Arbeitsrecht und erste Schritte des Organizing“

Quelle: Probearbeit bezahlen